Autoland bestätigte am Mittwoch Lindners neue Rolle und sagte, er werde „für Marketing, Vertrieb und Digitalisierung verantwortlich sein“.
Lindner war Finanzminister in der unruhigen Drei-Parteien-Koalitionsregierung des früheren Bundeskanzlers Olaf Scholz. Anhaltende Ausgabenkonflikte zwischen Lindners fiskalkonservativer FDP und seinen linksgerichteten Koalitionspartnern führten zum vorzeitigen Zusammenbruch dieser Regierung Ende 2024 und führten zu vorgezogenen Bundestagswahlen im Februar.
Während seiner Amtszeit wehrte sich Lindner gegen den geplanten EU-Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor und galt als autoindustrienah. Im Jahr 2022 geriet er in einen Skandal um einen SMS-Wechsel mit Porsche-Chef Oliver Blume, in dem Lindner um „Unterstützung bei meinen Argumenten“ bat.
Bei der Bundestagswahl Anfang des Jahres verfehlte Lindners FDP die für den Einzug in den Bundestag erforderliche Fünf-Prozent-Hürde. Anschließend trat er als Parteivorsitzender zurück, was einen dramatischen Niedergang für einen Politiker bedeutete, der einst von seinen Kollegen als Wunderkind des europäischen Finanzkonservatismus galt.
Nach deutschem Recht müssen ehemalige Regierungsmitglieder nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt 18 Monate lang neue Arbeitsplätze im Privatsektor melden. In Fällen, in denen potenzielle Interessenkonflikte bestehen, kann die derzeitige Regierung ehemaligen Beamten die Übernahme einer Stelle verbieten.
Deutsche Medien machten sich über den ehemaligen Finanzminister wegen seines neuen Jobs lustig.
„Christian Lindner reiht sich in die Riege der Gebrauchtwagenhändler ein“, titelte ein Spiegel-Artikel.
