Wegen Porsche-Debakel

Volkswagen meldet Milliardenverlust


Aktualisiert am 30.10.2025 – 08:53 UhrLesedauer: 3 Min.

Fabrik in Wolfsburg: Volkswagen schreibt eine Milliarde Verlust. (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa/dpa-bilder)

Der Autobauer Porsche hat einen kostspieligen Strategieschwenk angekündigt. Das lässt den Mutterkonzern tief in die roten Zahlen rutschen.

Der VW-Konzern ist im dritten Quartal wegen der Probleme bei Porsche tief in die roten Zahlen gerutscht. Unterm Strich lief in den Monaten Juli bis September ein Verlust von 1,072 Milliarden Euro auf, wie der Wolfsburger Autobauer mitteilte. Vor einem Jahr waren es noch 1,56 Milliarden Euro Überschuss gewesen.

Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche gehört wie die Marken Volkswagen, Audi, Seat/Cupra sowie der Nutzfahrzeugbauer Traton zum Volkswagen-Konzern.

In den ersten neun Monaten insgesamt schmolz der Überschuss um mehr als 60 Prozent zusammen, von 8,8 auf 3,4 Milliarden Euro. Schuld seien vor allem Belastungen in Höhe von 7,5 Milliarden Euro vornehmlich durch erhöhte Zölle, die Anpassung der Produktstrategie bei Porsche und Abschreibungen auf den Geschäfts- und Firmenwert von Porsche, sagte Finanzvorstand Arno Antlitz laut Mitteilung. Allein die Anpassungen und Abschreibungen bei Porsche hätten den Konzern mit 4,7 Milliarden Euro belastet.

Ohne diese Sondereffekte hätte die Gewinnmarge bei 5,4 Prozent gelegen, so der Manager. „Das ist im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld eigentlich ein ordentlicher Wert.“ Bei Absatz und Umsatz konnte der Konzern leicht zulegen: Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten um 0,6 Prozent auf 239 Milliarden Euro, die Auslieferungen um 1,2 Prozent auf 6,6 Millionen Fahrzeuge.

Die lange schwächelnde Kernmarke Volkswagen konnte sich dagegen weiter verbessern. Die operative Umsatzrendite stieg in den neun Monaten leicht auf 2,3 Prozent. Wegen des Sparprogramms mit geplanten Zehntausenden Stellenstreichungen bei der Kernmarke lief es hier wieder etwas besser.

„Wir machen gute Fortschritte bei der Restrukturierung der Volkswagen AG und des ganzen Konzerns“, sagte Antlitz. „Erstmals seit langer Zeit sind die Gemeinkosten im Vergleich zum Vorjahr gesunken“

Unternehmen und Gewerkschaft hatten sich Ende 2024 nach langem Ringen auf ein Sanierungsprogramm für die Kernmarke VW geeinigt. Bis 2030 sollen mehr als 35.000 Stellen gestrichen werden, fast ein Viertel der 130.000 Arbeitsplätze in Deutschland.

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