Im gesamten besetzten Westjordanland, auch in Al-Bireh in der Nähe von Ramallah, öffneten die Wahllokale um 7 Uhr morgens, da die Palästinenser an Kommunalwahlen teilnahmen, die weithin als eine der wenigen verbliebenen Formen der Bürgerbeteiligung angesehen wurden. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission waren fast 1,5 Millionen Menschen wahlberechtigt. Bei der Abstimmung werden die Kommunalräte bestimmt, die für Dienstleistungen wie Wasser, Abwasserentsorgung und Infrastruktur zuständig sind. Die Abstimmung findet jedoch unter israelischer Besatzung und weit verbreiteten Bewegungsbeschränkungen statt.

Die Wahlbeteiligung im Gazastreifen ist stark eingeschränkt, da nur Deir el-Balah einbezogen ist und etwa 70.449 Wähler registriert sind, weit weniger als die rund 930.000 Wahlberechtigten im Jahr 2021. Der Rückgang spiegelt Vertreibung, Zerstörung und gestörte Zivilregistrierungssysteme wider, während große Zentren wie Gaza-Stadt und Khan Younis ausgeschlossen sind. An anderen Orten im Gazastreifen wurden Wahlen aufgrund von Sicherheitsbedenken, Stromknappheit und begrenzter Verwaltungskapazität verschoben.

Die Abstimmung hat nach der Verschiebung der nationalen Wahlen im Jahr 2021 auf unbestimmte Zeit symbolisches Gewicht, obwohl viele ihre Auswirkungen angesichts der wirtschaftlichen Not und der hohen Arbeitslosigkeit bezweifeln. Die meisten Kandidatenlisten sind mit der Fatah oder lokalen Unabhängigen verbunden, während die Hamas nicht offiziell daran teilnimmt. In Städten wie Nablus haben einheitliche Listen zu unbestrittenen Ergebnissen geführt, was die politische Müdigkeit widerspiegelt. Im Westjordanland sollen die Wahllokale um 19 Uhr geschlossen werden, in Gaza wegen Stromknappheit früher.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version