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Finanzen

Verschuldung steigt auf Niveau kurz vor Dotcom-Blase

wochentlich.deBy wochentlich.de18 Juni 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Verschuldung steigt auf Niveau kurz vor Dotcom-Blase
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Gefährliche Parallelen zu 2000

Dieses Börsen-Warnsignal ging allen großen Crashs voraus


17.06.2026 – 11:35 UhrLesedauer: 4 Min.

Schlechter Tag an der Wall StreetVergrößern des Bildes

Wall-Street-Schild und fallende Kurse (Symbolbild): Wertpapierkredite sind wieder nahe Dotcom-Niveau – ein Warnsignal. (Quelle: franckreporter)

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Kurz vor früheren Börsencrashs erreichten die Wertpapierkredite auffällig hohe Werte. Genau dieses Muster zeichnet sich nun erneut ab.

Marktkorrekturen können sich zwar ankündigen, doch niemand weiß genau, wann die Kurse fallen. Wäre das anders, würden alle Anleger rechtzeitig ihre Gewinne sichern. Doch wenn die Kurse erst einmal ins Rutschen geraten, kann aus einer normalen Korrektur schnell ein Crash werden – vor allem dann, wenn viele Anleger auf Kredit auf steigende Kurse spekulieren und plötzlich die Käufer fehlen.

Hohe Schulden und fallende Kurse können eine Kettenreaktion aus automatischen Zwangsverkäufen auslösen. Im Fachjargon spricht man von einer „Margin-Call-Kaskade“. Während Kredite die Kurse auf dem Weg nach oben zusätzlich antreiben, wirken sie bei fallenden Märkten wie ein Brandbeschleuniger.

Genau davor warnt eine aktuelle Auswertung des Vermögensverwalters HQ Trust. Die Entwicklung erinnert an eine Phase, die Anlegern noch gut in Erinnerung sein dürfte: die Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende. Wiederholt sich die Geschichte an den Börsen?

Aktienkäufe auf Kredit erreichen ein kritisches Niveau

Thomas Neukirch, Leiter Strategische Asset Allokation und Hedgefonds bei HQ Trust, hat die Entwicklung der Wertpapierkredite in den USA analysiert. Dabei stieß er auf ein Muster, das Anlegerinnen und Anlegern bekannt vorkommen dürfte.

Das Volumen der kreditfinanzierten Investitionen in Aktien und andere Wertpapiere hat ein Niveau erreicht, das laut Neukirch zuletzt vor dem Platzen der Dotcom-Blase und vor der Finanzkrise zu beobachten war. „Das ist vor allem ein Warnsignal“, sagt der Experte, „aber noch kein Grund zur Panik.“

Für seine Analyse untersuchte Neukirch die vergangenen 30 Jahre und ging der Frage nach, ob ein Zusammenhang zwischen der Kreditaufnahme von US-Anlegern und großen Börsenkorrekturen besteht.

Als Maßstab nutzte er den sogenannten Verschuldungsgrad. Dieser beschreibt das Verhältnis aller Kredite auf Wertpapier-Marginkonten zur Geldmenge M2 (siehe Infobox) in den USA. Vereinfacht gesagt zeigt die Kennzahl, je nachdem, wie stark Wertpapierkäufe durch geliehenes Geld finanziert werden.

Jede große Börsenkorrektur hatte einen gemeinsamen Vorboten

Die Ergebnisse sind auffällig: Die drei größten Rückgänge des marktbreiten US-Index S&P 500 in den vergangenen 30 Jahren bewegten sich zwischen minus 25 und mehr als minus 50 Prozent. „All diesen Rückgängen gingen Phasen voraus, in denen die Wertpapierkreditaufnahme im Verhältnis zur verfügbaren Geldmenge erheblich angestiegen war“, erklärt Neukirch.

Nach dem Platzen der Dotcom-Blase verlor der Index 46 Prozent bis zu seinem Tiefpunkt. Während der Finanzkrise betrug das Minus sogar 53 Prozent. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine fiel der S&P 500 um 25 Prozent.

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