Neuer Anlauf

Amazon liefert frische Lebensmittel wieder selbst aus

30.10.2026 – 12:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Lieferauto von Prime: Amazon will es noch einmal mit der Lieferung von Lebensmitteln versuchen. (Quelle: IMAGO/Sven Severing/imago)

Nach dem Scheitern des eigenen Lieferdienstes startet Amazon nun einen neuen Lebensmittelversuch – zunächst in drei deutschen Städten.

Frische Lebensmittel lassen sich ab sofort bei Amazon bestellen und noch am selben Tag nach Hause liefern – zunächst in ausgewählten Gebieten von Frankfurt, Köln und München. Wie das Fachblog „Supermarktblog“ berichtet, landen Joghurt, Obst oder Gemüse dabei einfach in demselben Warenkorb wie Bücher oder Elektronik. Weitere Städte sollen in den kommenden Wochen folgen.

Was die Lieferung kostet

Prime-Mitglieder erhalten die taggleiche Lieferung ab einem Bestellwert von 29 Euro kostenlos. Liegt der Wert darunter, fallen 3,99 Euro an. Wer kein Prime-Abo hat, zahlt pauschal 9,99 Euro pro Lieferung. Zur Wahl stehen zwei Lieferfenster: vier Stunden oder zwei Stunden. Das kürzere Fenster kostet bei einem Bestellwert unter 29 Euro zusätzlich 4,90 Euro. Die Waren werden laut Amazon in temperaturkontrollierten Umgebungen gelagert, kommissioniert und verpackt. An mehreren Stationen prüfen Mitarbeiter die Produkte, bevor sie das Lager verlassen.

Rückzug und Neustart

Für Amazon ist es bereits der dritte Anlauf im deutschen Lebensmittelgeschäft. Der eigene Lieferdienst Amazon Fresh startete 2017 in Deutschland, blieb aber auf wenige Städte beschränkt und wurde vor knapp zwei Jahren eingestellt. Danach setzte der Konzern auf eine Kooperation mit Knuspr, der deutschen Tochter des tschechischen Onlinesupermarkts Rohlik, die seitdem frische Waren über Amazon lieferte. Knuspr ist auf Amazon.de weiterhin verfügbar, steht aber nun in direktem Wettbewerb mit dem neuen Eigenangebot.

Ob die Kooperation langfristig bestehen bleibt, ist offen. Auf Anfrage des „Supermarktblogs“ wollte Amazon dazu keine konkrete Auskunft geben. Eine Sprecherin teilte lediglich mit: „Wir prüfen fortlaufend, wie wir unsere Kundinnen und Kunden im Lebensmittelbereich bestmöglich bedienen können.“ Der zweite bisherige Partner in Deutschland, die Supermarktkette Tegut, schied bereits zum 1. Juli 2026 aus, nachdem das Unternehmen aufgeteilt und an Edeka, Rewe und weitere Käufer verkauft worden war.

Internationales Vorbild

Das Modell, frische Lebensmittel in den normalen Warenkorb zu integrieren, erprobt Amazon seit August 2025 in den USA. Dort läuft es inzwischen in mehr als 2.300 Orten. Seit Juni gibt es das Angebot auch in Teilen Londons, wo Prime-Mitglieder ab 20 Pfund (24 Euro) ohne Liefergebühr bestellen können.

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