Ungleiche Chancen

Brandenburg fordert mehr Langstrecken am BER

08.05.2026 – 14:22 UhrLesedauer: 1 Min.

Crumbach wünscht sich mehr Langstreckenangebote am BER. (Archivbild) (Quelle: Soeren Stache/dpa/dpa-bilder)

Nur acht interkontinentale Verbindungen starten derzeit am BER. Doch Brandenburgs Verkehrsminister will mehr – und sieht die Regierung in der Pflicht.

Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) fordert von der Bundesregierung mehr Engagement für interkontinentale Flugverbindungen am Hauptstadtflughafen BER. Die Bundesregierung stehe in der Verantwortung, „die Anbindung der östlichen Bundesländer an den interkontinentalen Luftverkehr zu verbessern“, sagte Crumbach.

Nach Angaben des Ministers starten am BER derzeit nur acht Langstreckenverbindungen – in Frankfurt sind es weit über 100, in München rund 60. „Das hat klare Folgen: weniger Direktverbindungen, geringere Wirtschaftschancen und häufig höhere Flugpreise für die gesamte Region“, sagte Crumbach.

Den aktuellen Anlass für die Forderung liefert der Rückzug von Ryanair. Der irische Billigflieger hat angekündigt, sein Angebot am BER zur Wintersaison zu halbieren, die dortige Basis zu schließen und sieben stationierte Flugzeuge abzuziehen. Als Begründung nannte Ryanair die geplante Erhöhung der Flughafengebühren um weitere zehn Prozent zwischen 2027 und 2029. Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg wies das zurück: Beide Seiten verhandelten derzeit noch über die Entgelte.

Das Langstreckendefizit am BER ist kein neues Problem. Einen direkten Hebel hat die Flughafengesellschaft dabei nicht – neue Verbindungen können nur Airlines aufnehmen, nicht der Flughafenbetreiber selbst. Auch die Industrie- und Handelskammer sieht in den fehlenden Langstrecken einen Schaden für die Region, wie ein Sprecher mitteilte. Die Nachfrage sei vorhanden, es fehle an Airlines, die bereit seien, neue Verbindungen aufzulegen.

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