Neuköllner Jugendzentrum

Mutmaßliche Vergewaltigung: Kommission soll Vorfälle aufarbeiten

04.05.2026 – 14:28 UhrLesedauer: 1 Min.

Das Neuköllner Jugendzentrum (Archivbild): Die Vorgänge werden von einer unabhängigen Kommission untersucht. (Quelle: Jens Kalaene/dpa/dpa-bilder)

Eine unabhängige Fachkommission hat Ende April die Arbeit aufgenommen. Schwere Vorwürfe stehen im Raum.

Nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung in einem Berliner Jugendclub hat eine unabhängige Fachkommission Ende April mit der Aufarbeitung des Falls begonnen. Das Gremium soll nach Angaben des Bezirksamts Neukölln klären, warum weder das Jugendzentrum noch das zuständige Jugendamt des Bezirks die Polizei informierten.

In dem Jugendclub soll eine 16-Jährige Ende 2025 vergewaltigt und später bedrängt worden sein. Die Polizei erfuhr davon erst, als der Vater des mutmaßlichen Opfers im Februar 2026 Anzeige erstattete. Zu den Gründen, warum keine der beiden Stellen zuvor die Behörden einschaltete, gibt es nach Angaben des Bezirksamts unterschiedliche Darstellungen. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln zu dem Vorfall.

Die Kommission soll den Sachverhalt aufklären, Fehler analysieren und Empfehlungen erarbeiten. Sie tagt nicht öffentlich und arbeitet nach Angaben des Bezirksamts unabhängig von diesem.

Geleitet wird das sechsköpfige Gremium von der Psychologin und Psychotherapeutin Elke Nowotny, die von 1996 bis 2017 Vorstandsvorsitzende des Kinderschutz-Zentrums Berlin war. Weitere Mitglieder sind Vertreter des Kinderschutz-Zentrums und der Senatsverwaltung für Bildung und Jugend sowie eine Rechtsanwältin.

Erste Ergebnisse sollen bis Ende Mai vorliegen, den Abschlussbericht will die Kommission bis Anfang September vorstellen. Die für Jugend zuständige Bezirksstadträtin Sarah Nagel (Linke), die in dem Fall selbst in der Kritik steht, hatte nach Angaben des Bezirksamts betont, sie wolle Aufklärung.

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