Gebühr für Tagestouristen
Venedig verlangt zehn Euro Eintritt an demnächst 60 Tagen
Aktualisiert am 19.11.2025 – 16:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Seit vergangenem Jahr verlangt die Lagunenstadt zu bestimmten Terminen von Kurzbesuchern Geld: 2026 sind es zehn Euro – an jetzt schon 60 Tagen.
Venedig wird auch im nächsten Jahr Eintritt kosten: zehn Euro pro Tag. An insgesamt 60 Tagen zwischen Anfang April und Ende Juli 2026 werden Kurzbesucher in der italienischen Lagunenstadt zur Kasse gebeten, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Nur wer frühzeitig bucht, mindestens drei Tage zuvor, kommt mit fünf Euro davon. Damit geht die umstrittene Regelung, die ursprünglich nur als Test deklariert war, bereits in die dritte Saison.
Eintritt müssen alle Venedig-Tagesgäste zahlen, auch, wenn sie sich nur für ein paar Stunden in den Gassen rund um Markusplatz und Rialtobrücke aufhalten. Auftakt für die nächste Runde ist der 3. April, letzter Zahltermin der 26. Juli. Das sind abermals mehr Tage als zuvor: Im ersten Jahr wurde die weltweit fast einmalige Gebühr an 29 Tagen fällig, dann an 54. Zumindest wird es aber nicht teurer. Und: Übernachtungsgäste bleiben ausgenommen. Sie müssen allerdings für jede Nacht eine Kurtaxe entrichten. Je nach Saison variiert diese zwischen einem und fünf Euro pro Nacht.
In diesem Jahr registrierten sich mehr als 720.000 Tagesbesucher, was der Stadt etwa 5,4 Millionen Euro in die Kassen brachte. Allerdings mogelten sich immer noch viele Besucher um den „contributo di accesso“ – so heißt die Gebühr auf Italienisch – herum. Besonders streng kontrolliert wird bislang nicht.
Das Geld soll helfen, den Massentourismus in der Stadt mit den vielen Kanälen und Palästen besser zu steuern. Kritiker wenden ein, dass der Eintritt kaum jemanden davon abhalte, nach Venedig zu kommen: Die Stadt sei ohnehin teuer. Sie zwingt jedoch immerhin etwa Kreuzfahrt-Touristen, etwas Geld in der Stadt zulassen und die Folgen des Massentourismus zu bewältigen. Im historischen Zentrum leben heute noch annähernd 50.000 Menschen – weniger als die Stadt Hotelbetten hat.
