Mutmaßlicher Terrorist ist tot
Vater von Abdul Ballout: „Er wurde einer Gehirnwäsche unterzogen“
Aktualisiert am 27.07.2026 – 09:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Was trieb seinen Sohn zum Anschlag auf den Berliner CSD? Tawflik Ballout, Vater des mutmaßlichen Attentäters Abdul Ballout, äußert einen scherwiegenden Verdacht.
Was bewegte den mutmaßlichen CSD-Attentäter von Berlin zu seiner grausamen Tat? Während die Ermittler derzeit den Motiven von Abdul Ballout auf den Grund gehen, hat sich der Vater des Tatverdächtigen gegenüber dem „Spiegel“ geäußert. In dem Interview mit dem Magazin berichtete Tawfik Ballout auch von dem letzten Telefonat, das er mit seinem verstorbenen Sohn führte.
Noch am Samstag habe Abdul Ballout ihn angerufen: „Wir haben ganz normal gesprochen, wie jeden Tag. Er sagte, dass er mich vermisst und er sich wünschte, jetzt mit uns im Libanon zu sein“, so Tawfik Ballout, der sich in seinem Heimatland Libanon bei Verwandten aufhält.
Im Video | Nach CSD-Anschlag: Hier fand die Polizei den Tatverdächtigen
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Nach Angaben des Vaters besuchte sein in Berlin geborener Sohn die Schule bis zur zehnten Klasse und arbeitete anschließend als Sicherheitsmitarbeiter und Fahrer. Einen festen Job habe er jedoch nie gehabt. Nachts war Abdul Ballout demnach häufig am Handy oder vor dem Fernseher, tagsüber habe er viel geschlafen, so der Vater. Tawfik Ballout, ist 64 Jahre alt und stammt aus dem Süden des Libanons. Von seiner Ehefrau ist er nach Angaben des „Spiegel“ geschieden.
Vater von Abdul Ballout vermutet „Gehirnwäsche“
Mit seinem Sohn habe er häufig über dessen Haare und Bart gestritten. „Ich habe ihm nicht erlaubt, einen langen Bart zu tragen“, so Tawfik Ballout – offenbar, weil er dies für ein Symbol von religiösem Extremismus hielt. Als er ihn einmal gefragt habe, was Abdul von der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) halte, habe der geantwortet, dass sie „schlecht“ sei. Auch bei Abdul Ballouts Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe hatte dies offenbar eine Rolle gespielt. Vor dem Richter hatte der spätere, mutmaßliche CSD-Attentäter gesagt, er habe sich vom Gedankengut des IS distanziert.
Tawfik Ballout beschreibt seinen Sohn als „großzügig, emotional, liebevoll“, der mutmaßliche Attentäter habe das „Herz eines Kindes“. Noch am Samstag, am Tag der Gewalttat, habe er mit seinem Sohn telefoniert.
Für die mutmaßliche Täterschaft seines Sohnes hat der Vater nur eine mögliche Erklärung: „Er wurde einer Gehirnwäsche unterzogen.“
