Cyberattacken
USA warnen vor weiteren Angriffen auf Kühlanlagen
06.11.2026 – 10:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach Angriffen auf Kühlsysteme wächst die Sorge vor weiterer Sabotage. Jetzt befürchten US-Behörden, dass es weitere Attacken geben könnte.
Die US-Behörden haben vor einer anhaltenden Cyberbedrohung für industrielle Kühlsysteme gewarnt. Unbekannte Hacker hätten es auf Schwachstellen in mit dem Internet verbundenen Temperaturreglern von Lebensmitteleinzelhändlern und Kühlhäusern abgesehen, hieß es in einer veröffentlichten gemeinsamen Erklärung der Bundespolizei FBI, der Cybersicherheitsbehörde CISA sowie der Ministerien für Gesundheit, Verkehr und Landwirtschaft.
Jedes Unternehmen mit solchen Systemen müsse davon ausgehen, ins Fadenkreuz der Angreifer zu geraten. Das erklärte der amtierende Leiter der Cybersicherheitsabteilung der CISA, Chris Butera. Gelinge den Tätern der Zugriff, könnten sie die Temperatur verändern, hieß es in der Mitteilung weiter.
Dadurch drohten verdorbene Waren, eine kürzere Lebensdauer der Anlagen und Brände. Diese Systeme würden weltweit angegriffen, erklärte der FBI-Direktor für Cyber-Operationen, Brett Leatherman.
Konkrete Empfehlungen für Betreiber von Kühlanlagen
Die Behörden riefen die Betreiber dazu auf, ihre Steuerungssysteme vom öffentlichen Internet zu trennen, sie von den Unternehmensnetzwerken zu isolieren und umgehend Software-Updates zu installieren.
Der Warnung ging eine Reihe von Cyberattacken auf gewerbliche Kühlanlagen in den USA und Europa voraus. In den vergangenen Monaten gab es mindestens drei solche Angriffswellen. Ermittler des US-Verteidigungsministeriums prüfen etwa, ob eine Serie ungeklärter Störungen im August an Kühlgeräten in Supermärkten auf US-Militärstützpunkten auf einen Cyberangriff zurückgeht.
Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters vergangene Woche. Im Oktober verursachte eine großangelegte Attacke auf französische Kühlanlagen Schäden in zweistelliger Millionenhöhe.
Gehackte Kühlanlagen auch in Deutschland
Am Montag waren zudem mehr als 100 Geschäfte in ganz Europa von einem weiteren Vorfall betroffen. Darunter auch Supermärkte in Niederbayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
Ein Experte der Sicherheitsfirma Eset sagte t-online, dass Ziele wie Kühlanlagen bei Hackern immer beliebter werden. Diese zählten zwar nicht zur kritischen Infrastruktur, hätten aber einen direkten Einfluss auf die Gesellschaft. Erfolgreiche Attacken könnten „weit über finanzielle Schäden hinausgehen und die Versorgung oder öffentliche Sicherheit beeinträchtigen“, heißt es.
Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte Mitte Oktober vor solchen Angriffen gewarnt. BSI-Präsidentin Claudia Plattner sagte damals: „Derartige Einfallstore laden regelrecht zu Sabotage ein.“ Deshalb fordere das BSI „die Betreiber solcher Anlagen eindringlich auf, ihre Systeme sicher zu betreiben“.