Anwohner schikanieren Urlauber
Hüttenwirte greifen zu radikaler Lösung
Aktualisiert am 29.09.2026 – 14:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Berghütte in den Apuanischen Alpen, kein Laden weit und breit, aber dafür Anwohner, die Wanderer in Italien bedrohen – und zwei Hüttenwirte, die sich zu einer ungewöhnlichen Maßnahme gezwungen sehen.
Francesca Maria Bertacca Cupit und Andrea Ribolini leiten seit April 2024 die Berghütte Rifugio Adelmo Puliti auf 1016 Metern nahe dem toskanischen Bergdorf Arni. Ein Streit um einen Wanderweg zwang sie nach eigenen Angaben zu einer ungewöhnlichen Maßnahme: Nachdem Anwohner Wanderer bedroht, beleidigt und schikaniert haben sollen, weil einer der Zugangswege zum Rifugio Adelmo Puliti an ihren Häusern vorbeiführt, hätten die Hüttenbetreiber die entsprechenden Wegweiser entfernt, berichteten sie der italienischen Zeitung „L‘Altramontagna“.
Der betroffene Weg ist nach Angaben der beiden Hüttenbetreiber ein offizieller Wanderweg des italienischen Alpenverein CAI. Als die Beschwerden eskalierten, wandten sich Bertacca Cupit und Ribolini an den CAI und die verantwortliche Gemeinde – doch ohne Ergebnis. Parallel suchten sie eigenständig nach einer Lösung, wie Wanderer weiter den Weg zu ihrer Hütte finden, ohne den Konflikt mit den Anwohnern zu verschärfen. „Wir haben die Wegweiser des Wanderweges entfernt und alle, die uns kontaktiert haben, gebeten, den Pfad zu meiden“, erzählten sie.
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Italien: Hüttenwirte finden vergessenen Weg in alten Karten
Eine mögliche neue Route fanden sie schließlich in alten Katasterkarten: eine nicht mehr genutzte Straße, die sie nach eigenen Angaben mit großem Aufwand säuberten und wiederherstellten. Inzwischen ist ihre Hütte über diesen Weg wieder direkt erreichbar.
Auch abseits des Konflikts mit den Anwohnern ist der Betrieb der Hütte für die beiden Italiener aufwendig. In Arni gibt es weder einen Lebensmittelladen noch eine Bäckerei noch eine Bar. Das Dorf ist zudem nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Wer die Hütte versorgen will, muss erst zu Fuß nach Arni und dann mit dem Auto weiter ins Tal.
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Eine Einschienenbahn erleichtert inzwischen den Transport vom Dorf hinauf zur Hütte. Früher seien Vorräte mit einer Seilbahn befördert worden, berichteten Bertacca Cupit und Ribolini. Weil die Puliti-Hütte ursprünglich als Hirtenhütte gebaut wurde und keinen Lagerraum hat, müssen die beiden trotzdem fast jede Woche ins Tal.