Jahrzehntelang galt Japan als teures Reiseziel. In den vergangenen Jahren wurde es wie durch ein Wunder ein Ziel für Billigurlaub.

Deutsche Touristen neigen in der Regel zum Jammern. Am Urlaubsort ist es teuer, im Zweifel überlaufen und die Qualität mitunter nicht so gut wie zu Hause. Einschlägige Meldungen gibt es in den vergangenen Jahren aus den ehemaligen Billigreiseländern Kroatien und Thailand genauso wie aus Griechenland und sogar der Türkei. Ein völlig anderes Reiseziel wurde aber immer billiger. Doch dies freut nur die Deutschen.

Wer in Tokio dieser Tage auf seiner Reise ein Mittagsmenü bestellt, dürfte sich im Vergleich zur Preisgestaltung in Frankfurt oder Berlin die Augen reiben. Beste Qualität für weniger als zehn Euro. Damit rechnen die wenigsten Touristen. Ein Yen-Kurs von 185 Yen für einen Euro ist eine unglaubliche Verlockung und macht Japan für Europäer zum höchst attraktiven Reiseziel.

Japan hatte jahrelang keine Inflation

Vor 20 Jahren war Japan hingegen ausgesprochen teuer. „Der Yen notierte gerade mal bei der Hälfte“, so Lars Reichel von der Börse München. Auch die Preise waren weiter oben angesiedelt. Nun hat sich allerdings preislich in Tokio, Kyoto oder Fukuoka in den letzten 20 Jahren im Vergleich zu eben Frankfurt oder Berlin wenig getan, während die Preise hierzulande massiv gestiegen sind. „Das Zauberwort in Japan hieß jahrzehntelang Nullinflation respektive Deflation“, so Stefan Riße von Acatis.

Daniel Saurenz von Feingold Research begleitet Sie als Experte durch das Börsengeschehen. (Quelle: Goldlicht Fotografie)

Zur Person

Daniel Saurenz ist Gründer von Feingold Research und bietet mit seinem Team seinen seit 2010 etablierten Börsenbrief an. Sein Fokus liegt auf Vermögensaufbau und aktivem Trading an der Börse. Den Börsenbrief finden Sie auf www.feingoldresearch.de und auf www.instagram.com/saurenz_finance.
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Doch am Anleihemarkt in Japan tut sich etwas, was Ökonomen seit den 1990er-Jahren für nahezu unmöglich hielten. Die Zinsen in Japan sind eskaliert und erstmals muss sich Japan mit Inflationssorgen auseinandersetzen. Dies hat seinen Hintergrund in verschiedenen Effekten, wurde aber jüngst durch den Iran-Krieg noch deutlich verstärkt.

Japan ist Ölimporteur und wie so viele andere abhängig von günstigem Öl. Gleichzeitig schlägt die Iran-Krise aber voll durch. Die Märkte setzen zwar auf eine geopolitische Entspannung im Nahen Osten, und Anleger gehen fest davon aus, dass der Konflikt mit dem Iran nicht weiter eskaliert. Der Druck auf verschiedene Länder und deren Warenkörbe könnte aber noch länger anhalten.

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Im MSCI World, dem weltweit größten Aktienindex und Grundlage vieler ETFs, ist Japan mit rund 5 Prozent nach den USA am zweitstärksten vertreten. Zu den Schwergewichten des japanischen Marktes zählen Toyota und Sony – entsprechend hoch fallen auch ihre Anteile im MSCI World aus.

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