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Gesundheit

Ungesund und krebserregend – warum Influencer warnen

wochentlich.deBy wochentlich.de1 Juni 2026Keine Kommentare4 Mins Read
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Ungesund und krebserregend – warum Influencer warnen
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Experten reagieren

Warum in sozialen Medien vor Rapsöl gewarnt wird


Aktualisiert am 01.06.2026 – 17:54 UhrLesedauer: 3 Min.

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Rapsöl gehört zu den beliebtesten Speiseölen: In sozialen Medien ist es aber ein beliebtes Thema für Negativ-Darstellungen. (Quelle: PeopleImages/getty-images-bilder)

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Ernährungsexperten empfehlen Rapsöl ausdrücklich. Einige Influencer warnen dennoch vor dem pflanzlichen Öl. Was ist ihre Motivation?

Experten bewerten Rapsöl seit Jahren anhaltend positiv – manche Influencer warnen dennoch davor. Einer von ihnen verbreitete gerade erst: „Rapsöl vergiftet dich!“. Andere warnen vor industrieller Verarbeitung oder gar Krebs. Matthias Riedl, Ernährungsmediziner und ärztlicher Leiter des Medicum Hamburg sagt dazu: „Die wissenschaftlichen Empfehlungen fallen deutlich anders aus als viele Diskussionen in sozialen Netzwerken.“

Panikmache in sozialen Medien dient vor allem dazu, mit fesselnden Schocknachrichten Reichweite zu generieren. Hans Hauner, Seniorprofessor für Ernährungsmedizin bei der Else Kröner-Fresenius-Stiftung an der TU München erklärt zudem, dass Zuspitzung und Verunsicherung in sozialen Medien oft besser funktionierten als differenzierte Einordnung: „In sozialen Medien geht es meist nicht um wissenschaftliche Fakten, sondern um Aufmerksamkeit und Klicks.“

Was im Netz behauptet wird – und was Fachleute dazu sagen

Beispiele zu kursierenden Behauptungen und was Experten dazu sagen:

  • Rapsöl verursacht Entzündungen: Dafür gibt es laut Fachgesellschaften keine belastbaren wissenschaftlichen Belege. Im Gegenteil hat Rapsöl beim Fettsäureprofil ein vergleichsweise günstiges Omega-6 zu Omega-3-Verhältnis (etwa 20 zu 10 Prozent). Dieses Verhältnis ist wichtig, denn ein Zuviel an Omega-6-Fettsäuren steht in Verdacht, Entzündungen im Körper zu begünstigen. In der Ernährung gilt ein Omega-6 zu Omega-3-Verhältnis von 5:1 als gut. Viele Menschen befinden sich mit der normalen Ernährung eher bei 20:1 – vor allem durch Fertigprodukte und den starken Gebrauch von tierischen Fetten oder Pflanzenölen wie Sonnenblumenöl.
  • Raffiniertes Öl ist grundsätzlich ungesund: Raffinierte Öle enthalten durch die Herstellung weniger Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und Aromastoffe. Allerdings weist Ernährungsmediziner Riedl darauf hin, dass Raffination dazu dient, unerwünschte Stoffe zu entfernen und die Hitzestabilität zu verbessern. Bei nativen Ölen können bei höheren Temperaturen gesundheitsschädliche Zersetzungsprodukte entstehen.
  • Rapsöl erhöht das Krebsrisiko: Systematische Übersichtsarbeiten konnten laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) kein erhöhtes Krebsrisiko bestätigen.
  • Rapsöl enthält schädliche Erucasäure: Erucasäure kommt in den ölreichen Samen von Kreuzblütlern wie Raps vor. Entsprechend war Erucasäure lange auch in Rapsöl enthalten. Eine dauerhaft hohe Erucasäure-Aufnahme kann zu einer zeitweisen Verfettung des Herzens führen. Moderne Rapssorten enthalten laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) allerdings nur noch sehr geringe Mengen, bei denen kein erhöhtes Gesundheitsrisiko gesehen wird.

Kann man Rapsöl auch mehrfach erhitzen?

Raffiniertes Rapsöl ist hitzestabil und vielseitig einsetzbar. Nur starkes oder wiederholtes Erhitzen ist – wie bei vielen anderen Ölen und Fetten – nicht zu empfehlen. Dabei könnten unerwünschte Stoffe wie sogenannte Aldehyde entstehen.

  • Herzgesunde Ernährung: Diese Fette und Öle stärken das Herz
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Rapsöl: Gute Fettsäuren und hitzestabill

„Rapsöl ist ein ausgezeichnetes Speiseöl“, sagt Ernährungsmediziner Hauner. Es enthalte viele einfach ungesättigte Fettsäuren und Vitamin E. „Damit ist es im Prinzip sogar etwas besser als Olivenöl und dabei deutlich günstiger“, sagt Hauner.

Riedl ergänzt: „Bei der Debatte um Rapsöl sollte man auch fragen, was die Alternative zum Braten ist.“ Häufig seien das Butter oder Kokosfett – beide enthielten deutlich mehr gesättigte Fettsäuren. Auch die DGE bewertet Kokosfett und tierische Schmalze wegen ihres hohen Anteils gesättigter Fettsäuren eher ungünstig.

Sonnenblumenöl wird ebenfalls oft zum Braten verwendet, hat aber ebenfalls kein allzu gutes Fettsäureverhältnis. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung liefert es vor allem die einfach ungesättigte Omega-9-Fettsäure Ölsäure und die mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure Linolsäure. Aus ihnen kann der Körper einen Gegenspieler der gesunden langkettigen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) bilden. Sonnenblumenöl sei damit nicht gleich ungesund, sollte aber im Wechsel mit Raps- und Olivenöl verwendet werden.

Margarine auf Basis pflanzlicher Öle wird von der DGE dagegen eher empfohlen, zudem neben Rapsöl auch Oliven-, Walnuss-, Lein- und Sojaöl als pflanzliche Fettquellen.

Fett sparen, aber nicht ganz verzichten

Wer generell weniger Fett verwenden möchte, kann Speisen in Heißluftfritteusen (Airfryer) zubereiten, bei denen oft nur wenig oder gar kein zusätzliches Öl nötig ist. Grundsätzlich gilt aus Sicht von Fachgesellschaften jedoch nicht der völlige Verzicht auf Fett als Ziel, sondern vor allem die Wahl günstiger Quellen und eine maßvolle Verwendung.

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