Wegen seines Vaters

Liverpool-Profi auf ukrainischer „Feindesliste“


08.10.2026 – 12:01 UhrLesedauer: 2 Min.

Ärger in der Nations League: Bei einem Disput von Ungarns Dominik Szoboszlai (l.) mit dem Ukrainer Viktor Tsygankov (r.) packt Milos Kerkez diesen am Kragen. (Quelle: Denes Erdos)

Ein Gerangel von Milos Kerkez mit einem ukrainischen Gegenspieler hat politische Dimensionen erreicht. Auch, weil sein Vater sich einschaltete.

Der ungarische Nationalspieler Milos Kerkez ist Berichten zufolge nach einem Länderspiel gegen die Ukraine auf einer Schwarzen Liste des sich mit Russland im Krieg befindlichen Landes gelandet.

Wie kam es dazu? Im Nations-League-Hinspiel zwischen Ungarn und der Ukraine (0:1) Ende September schaltete sich Liverpool-Profi Kerkez ein, als Teamkollege und Ungarn-Kapitän Dominik Szoboszlai mit dem Ukrainer Viktor Tsygankov aneinandergeriet. Kerkez packte diesen am Kragen.

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Das allein wurde noch nicht zum Politikum. Die Situation schaukelte sich erst richtig hoch, als Kerkez‘ Vater Sebastijan im Anschluss ein bearbeitetes Video der Szene auf seinem Instagram-Kanal veröffentlichte. Er unterlegte es mit dem Lied „Russian Paradise“ von der russischen Rapper-Gruppe AK-47.

Der Social-Media-Beitrag veranlasste die ukrainische Datenbank „Myrotvorets“, sowohl den Spieler als auch seinen Vater in ihr Verzeichnis der als ukrainefeindlich geltenden Personen aufzunehmen. Die Datenbank arbeitet unabhängig und steht in keiner offiziellen Verbindung zur ukrainischen Regierung.

Kerkez meldete sich nun zu Wort und stellte klar: „Ich persönlich habe in meinem ganzen Leben niemals irgendeine Form von Aggression unterstützt und tue es auch jetzt nicht.“

Kerkez distanziert sich vom Handeln seines Vaters

Und weiter: „Ich bin kein Mensch, der irgendetwas, das anderen schadet, für akzeptabel hält. Gleichzeitig herrscht bei einem Fußballspiel immer eine gewisse Spannung, und im Spiel gegen die Ukraine habe ich lediglich unseren Kapitän, meinen Freund, verteidigt – und das hätte ich auch getan, wenn ein anderes Land unser Gegner gewesen wäre.“

Zudem distanzierte er sich vom Handeln seines Vaters, sagte: „Außerdem ist es wichtig, dass mein Vater nicht ich ist. Was auch immer er tut, ich kann keine Verantwortung für seine Handlungen übernehmen.“

Sogar Ungarns Außenministerin Anita Orbán schaltete sich in den Fall ein, schrieb in einer Stellungnahme: „Ich verurteile aufs Schärfste die Stigmatisierung, jede Form der Ächtung sowie alle potenziellen Drohungen gegen die ungarischen Staatsbürger Milos Kerkez und Balazs Hidveghi (Abgeordneter, d. Red.)“, schrieb Orban und schloss mit versöhnlichen Worten: „Beim Sport sollte es um Leistung, Gemeinschaft und Respekt gehen. Ich danke den beiden nationalen Verbänden für ihre Zusammenarbeit.“

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