Anschlags-Versuch auf Stromnetz in NRW

Bekennerschreiben aufgetaucht – Polizei spricht von Sabotage

Aktualisiert am 04.09.2026 – 02:44 UhrLesedauer: 2 Min.

Kriminaltechniker arbeiten am Umspannwerk in Dormagen. Ein Spaziergänger hat einen verdächtigen Gegenstand an einem Umspannwerk entdeckt. (Quelle: Alexander Franz/dpa/dpa-bilder)

Polizeieinsatz an einem Umspannwerk in Dormagen: Ein Gegenstand wird untersucht. In Brandenburg ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht.

Nach dem Fund eines verdächtigen Gegenstands an einem Umspannwerk in Dormagen geht die Polizei von einem Sabotagedelikt aus. Den Ermittlern liege ein Bekennerschreiben vor, sagte ein Sprecher der Polizei Köln.

Ein Spaziergänger hatte den Gegenstand an einem Umspannwerk in der Stadt zwischen Köln und Düsseldorf entdeckt. Es könne sich um eine Abschussvorrichtung handeln, hatte eine Polizeisprecherin am späten Abend mitgeteilt. Das sei aber bisher nicht sicher. Der Gegenstand wurde von Experten untersucht, um zu klären, ob er für eine Attacke auf die Stromversorgung geeignet war.

Wirtschaftsministerium will Maßnahmen ergreifen

Nach mehreren Anschlägen auf Umspannwerke sieht das Bundeswirtschaftsministerium Nachholbedarf beim Schutz der Stromnetze. Die Vorfälle verdeutlichten einmal mehr, „wie wichtig es ist, die Resilienz des Stromsystems konsequent zu stärken“, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Das Ministerium und die Bundesnetzagentur stünden daher „in engem Austausch mit den betroffenen Stakeholdern sowie der Branche und setzen, wo erforderlich, Maßnahmen konsequent um“.

Einsatz in Dormagen: Ein verdächtiger Gegenstand wurde gefunden. (Quelle: dpa)

Bekennerschreiben in Brandenburg

Nach der Sabotage am Stromnetz in Südbrandenburg prüft die Brandenburger Polizei ein Bekennerschreiben. „Die Polizei Brandenburg wurde heute über ein Bekennerschreiben im Zusammenhang mit dem Anschlag in Turnow-Preilack informiert“, schrieb eine Sprecherin der Polizei. Die Authentizität des Schreibens sei Gegenstand weiterer Ermittlungen und könne zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt noch verneint werden. Weitere Angaben machte die Sprecherin nicht.

Der Ermittlungseinsatz am Umspannwerk in Turnow-Preilack war am Vormittag fortgesetzt worden. Dabei war es zu Verkehrsbeeinträchtigungen gekommen. Die Landesstraße 50 war für einige Stunden erneut gesperrt worden. Am Mittag kam dann die Mitteilung der Polizei: „Die Einsatzmaßnahmen vor Ort sind beendet.“

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Unbekannte hatten am Dienstagmorgen mit Hilfe selbstgebauter Flugkörper, die Silvesterraketen ähnelten, leitfähiges Material in Richtung der Höchstspannungsleitungen gelenkt. Mehr als ein Dutzend Vorrichtungen zu diesem Zweck sind bisher gefunden worden. Zu einem Stromausfall kam es laut Netzbetreiber nicht.

Polizei am Umspannwerk in in Turnow-Preilack: Es gibt ein Bekennerschreiben. (Quelle: Frank Hammerschmidt)
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