Neue Zahlen zum Arbeitsmarkt

So viele Ukrainer arbeiten derzeit in Deutschland

14.09.2026 – 18:45 UhrLesedauer: 2 Min.

Nürnberger Zentrale der Bundesagentur für Arbeit (Symbolbild): Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl ukrainischer Beschäftigter deutlich an. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON/imago)

Die Integration ukrainischer Geflüchteter in den deutschen Arbeitsmarkt sorgt seit Längerem für Diskussionen. Neue Zahlen der Bundesagentur für Arbeit legen Defizite offen – geben aber auch Grund zur Hoffnung.

Rund viereinhalb Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs sind rund 400.000 Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland beschäftigt, davon knapp 350.000 sozialversicherungspflichtig. Die Beschäftigungsquote ukrainischer Bürger lag zuletzt, also im Juni, bei 39,7 Prozent, wie eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg sagte. Die Zahl der ukrainischen Grundsicherungsempfänger lag demnach zuletzt bei 474.534 im Mai.

Der AfD-Abgeordnete René Springer hatte die entsprechenden Zahlen bei der Bundesregierung abgefragt und Daten von Januar und Februar erhalten. Springer rechnete anhand weiterer abgefragter Daten jene ukrainischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bei der Quotenberechnung heraus, die schon vor dem Krieg in Deutschland gearbeitet hätten und nennt eine Quote von 27,1 Prozent. Die „Bild“-Zeitung berichtete zuerst darüber. Die Bundesagentur für Arbeit stellt eine solche Rechnung nicht an, da etwa Einreisezeitpunkt oder Ausreisen in den Daten nicht erfasst würden, wie die Sprecherin erläuterte.

Bei der Beschäftigungsquote der Ukrainerinnen und Ukrainer ergibt sich laut Bundesagentur ein niedrigerer Wert von 34,4 Prozent, wenn die ausschließlich geringfügig Beschäftigten herausgerechnet werden.

Steigende Beschäftigung trotz angespanntem Arbeitsmarkt

Springer sagt der „Bild“-Zeitung: „Der groß angepriesene Job-Turbo der Bundesregierung ist ein Flop.“ Mit dieser Initiative wollten Bundesregierung und BA geflüchtete Menschen schnell in den Arbeitsmarkt vermitteln, sobald ein Integrationskurs absolviert wurde. Springer forderte, Ukrainer sollten künftig kein Bürgergeld mehr bekommen, sondern Sachleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

„Im Schnitt steigt die Beschäftigung von Ukrainerinnen und Ukrainern um mehr als 5.000 pro Monat“, sagte hingegen die BA-Sprecherin. So seien es zuletzt 64.000 mehr Beschäftigte aus der Ukraine in Deutschland gewesen als im Vorjahr. Die Zahl der Grundsicherungsempfänger aus der Ukraine ging innerhalb eines Jahres um 19.163 (3,9 Prozent) zurück.

Dabei sei der Arbeitsmarkt zuletzt wenig aufnahmefähig gewesen, die Beschäftigung insgesamt gehe mittlerweile zurück, so die Sprecherin. Während die Zahl der deutschen Beschäftigten um 257.609 (0,9 Prozent) gesunken sei, sei Zahl der Beschäftigten mit ausländischem Pass im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent gestiegen, sagte die Sprecherin.

Vergleich mit anderen Ländern

In Ländern wie Polen, Tschechien oder Litauen würden mehrheitlich Spracherwerb und Integration hintangestellt, weshalb sie teils höhere Beschäftigungsquoten von Ukrainerinnen und Ukrainern aufwiesen, so die BA. Spracherwerb und Integration, wie sie in Deutschland gemacht würden, brächten eine längere Anlaufzeit für Geflüchtete mit sich. Sie verwies auf eine Erhebung des agentureigenen Forschungsinstituts IAB, wonach die Arbeitsmarktintegration ukrainischer Geflüchteter in Deutschland deutlich schneller verlaufe als bei früheren Flüchtlingsgruppen.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version