„Das haben wir nicht gemacht“

Überraschendes Vorbild: Effenberg nimmt DFB-Elf in die Pflicht


04.10.2026 – 19:55 UhrLesedauer: 2 Min.

Stefan Effenberg: Der langjährige Führungsspieler des FC Bayern ist gefragter TV-Experte. (Quelle: IMAGO/Bernd Feil/M.i.S./imago-images-bilder)

Der frühere Nationalspieler fordert Qualitäten von der deutschen Mannschaft ein, die er zuletzt besonders bei einem „Fußball-Zwerg“ ausgemacht habe – und erklärt, warum.

Stefan Effenberg hat die deutsche Nationalmannschaft nach den ersten drei Länderspielen unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp in die Pflicht genommen – und ein überraschendes Vorbild für die DFB-Stars ausgemacht. Wichtig sei, dass die deutsche Nationalmannschaft wieder Qualitäten an den Tag lege „wie Kap Verde bei der WM. Ein Land, das mich begeistert hat, weil sie alles investiert haben – nicht von höchster Qualität, aber sie haben alles gegeben für das Land, für das Trikot, das sie tragen, für die Farben. Und das haben wir nicht gemacht“, konstatierte Effenberg im „Doppelpass“ bei Sport1 am Sonntag.

Die deutsche Mannschaft konnte unter Klopp bisher nur bedingt überzeugen: Auf ein 1:1 beim Debüt gegen die Niederlande folgte eine empfindliche 0:1-Heimniederlage gegen Griechenland, Spiel 3 gegen Serbien konnte immerhin mit 2:0 gewonnen werden.

Mehr noch erinnerte Effenberg: „Wir haben gedacht: Mit der Qualität, die wir haben, können wir sie (die deutschen Gegner, Anm. d. Red.) entzaubern – nein. Der erste Schritt ist, dass du das an den Tag legst wie Kap Verde. Und wenn du das nicht an den Tag legst, dann sind wir als Fans enttäuscht, wir sind sauer, wir diskutieren.“

„Dann sind wir auf einem richtigen Weg“

Der 58-Jährige macht künftige Erfolge von eben diesem Auftreten abhängig. „Wenn wir das wieder an den Tag legen, und darüber hinaus auf die Qualität aufbauen, die wir haben – dann sind wir schon auf einem richtigen Weg.“

Kap Verde sei vor WM-Start belächelt worden und hätte alle Kritiker dann eines besseren belehrt – nicht nur durch das sensationelle 0:0 zum Auftakt gegen den späteren Weltmeister Spanien. „Gegen Argentinien im Sechzehntelfinale war es so knapp“, erinnerte Effenberg an das packende 2:3 nach Verlängerung gegen das Starensemble um Lionel Messi.

„Weil der Wille da war“, meint der frühere Kapitän des FC Bayern weiter. „Das musst du an den Tag legen. Und das hat gar nichts mit Training zu tun“, stattdessen gehe es darum, „zu verstehen: Was muss ich investieren? Und wenn du läufst und kämpfst und die Zweikämpfe annimmst und dann wirklich richtig kaputt vom Platz gehst, dann wird dein Trainer dir auch sagen: Ihr habt zumindest alles gegeben.“

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