Entschädigung für NS-Opfer
„Beeilt euch“: Tusk ermahnt Deutschland
Aktualisiert am 01.12.2025 – 18:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Angesichts des hohen Alters vieler Betroffener dringt Polens Premier Tusk auf eine schnelle Entschädigung der NS-Opfer in seinem Land. Noch eine andere Frage belastet die Beziehungen zwischen beiden Ländern.
Polens Regierungschef Donald Tusk hat die Bundesregierung aufgefordert, möglichst schnell Unterstützung für die noch lebenden Opfer der deutschen Besatzung in Polen während des Zweiten Weltkriegs zu leisten. „Beeilt euch, wenn ihr wirklich diese Geste machen wollt“, sagte Tusk in Berlin nach einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Rahmen der 17. deutsch-polnischen Regierungskonsultationen.
Tusk verwies darauf, dass die Zahl der noch lebenden Opfer des Nazi-Terrors in seinem Land ständig zurückgehe. Als der damalige Kanzler Olaf Scholz im Juli 2024 diese Unterstützung versprochen habe, habe es nach Angaben der Stiftung für deutsch-polnische Aussöhnung noch 60.000 lebende Opfer gegeben, mittlerweile seien es noch 50.000. „Wenn wir hier nicht bald eine eindeutige und schnelle Erklärung bekommen, erwäge ich, im kommenden Jahr die Entscheidung zu treffen, dass Polen diese Bedürfnisse aus eigenen Mitteln befriedigt.“ Mehr wolle er dazu zunächst nicht sagen.
Scholz hatte im Polen im vergangenen Jahr eine Summe von rund 200 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Damit sollten unter anderem Opfer des deutschen Besatzungsregimes während des Zweiten Weltkriegs entschädigt werden. Doch wirft das Vorgehen rechtliche Fragen auf, weil auch andere Länder wie Griechenland eine mögliche Entschädigung fordern.
Zuletzt waren sie im September von Polens Präsidenten Karol Nawrocki bei seinem Antrittsbesuch in Berlin erhoben worden. Sowohl Merz als auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatten diese Forderungen damals zurückgewiesen.
