Türkei mit historischer Negativserie
„Wir haben unser Land im Stich gelassen“
06.10.2026 – 12:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Die türkische Niederlage in Italien reiht sich in eine historische Pleitenserie ein. Fans fordern das Aus von Trainer Montella. Seine Spieler geben sich selbstkritisch.
Die Situation bei der türkischen Nationalmannschaft spitzt sich immer weiter zu: In Bologna hat das Team um Hoffenheim-Verteidiger Ozan Kabak am Montag mit 1:3 gegen Italien verloren. Es ist bereits die vierte Niederlage in Folge für die Türkei – eine Negativserie, die es so seit 1988 nicht mehr gegeben hat.
Nach dem enttäuschenden WM-Abschneiden im Sommer werden die kritischen Stimmen in der Heimat zunehmend lauter. „Selbst wenn wir 44 Spiele gespielt hätten, hätten wir sie wohl alle verloren“, schrieb die Zeitung „Hürriyet“ nach den jüngsten vier Pleiten. „Man kann ein Spiel verlieren, aber man braucht eine Identität und einen klar definierten Spielstil“, hieß es weiter. Die türkische Mannschaft wirke hingegen „sehr unorganisiert“.
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Rücktritt von Montella gefordert
Vor der Niederlage in Bologna hatte die Türkei bereits gegen Frankreich (0:1) verloren sowie auch im Hinspiel gegen Italien (1:4) und in Belgien (0:3) den Kürzeren gezogen. Durch das Stadio Renato Dall’Ara hallten am Montag nun „Montella, tritt zurück!“-Rufe. Trainer Vincenzo Montella, seit 2023 im Amt, zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt.
Er spüre „die Unterstützung und Zuneigung“, die ihm und den Spielern entgegengebracht werde, immer noch, stellte der 52-Jährige auf der Verbandswebsite klar. Im Stadion gebe es manchmal Reaktionen, „aber egal, wohin wir gehen, hinter uns steht eine ganze Armee“, erklärte Montella, der mit der Türkei bei der WM bereits in der Vorrunde gescheitert war.
Akgün will alles tun, um Land „wieder stolz zu machen“
Aus der Mannschaft gab es derweil selbstkritische Töne. Die türkische Sportzeitung „Fanatik“ zitierte Stürmer Yunus Akgün mit den Worten: „Wir sind wirklich sehr enttäuscht. Wir haben unser Land in dieser Phase im Stich gelassen, und dessen sind wir uns voll und ganz bewusst.“
Laut des Galatasaray-Profis sei das Team „in einer schwierigen Situation“. Akgün zeigte sich jedoch kämpferisch: „So wie wir unser Land in der Vergangenheit stolz gemacht haben, werden wir alles in unserer Macht Stehende tun, um es wieder stolz zu machen.“
Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am 12. November in der Nations League gegen Belgien. Drei Tage später steht das Auswärtsspiel in Frankreich an.
