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Finanzen

Truth Social API: „Die Definition von Insiderhandel“

wochentlich.deBy wochentlich.de11 August 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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„Das ist Insiderhandel“

Trump bereichert sich an der Macht


Aktualisiert am 11.08.2026 – 11:37 UhrLesedauer: 2 Min.

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Donald Trump am Handy (Archivbild): Der US-Präsident verkauft seine Internet-Beiträge. (Quelle: Leah Millis/Archivbild/reuters)

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Wer bis zu 100.000 Dollar pro Monat zahlt, bekommt früheren Zugang zu Beiträgen von Donald Trump auf dessen Plattform Truth Social. Das Angebot ist fragwürdig – aber die Finanzbranche schlägt zu.

Donald Trumps Online-Netzwerk Truth Social hat bereits mehr als zehn Kunden für einen umstrittenen Schnellzugang zu Beiträgen des US-Präsidenten gewonnen. Dabei handelt es sich größtenteils um Firmen, die auf superschnellen Handel an Börsen und Finanzmärkten spezialisiert sind. Sie zahlen dafür meist zwischen 60.000 und 100.000 US-Dollar pro Monat (rund 52.000 bis 86.600 Euro), wie der amtierende Chef der Truth-Social-Mutter TMTG, Kevin McGurn, in einer Telefonkonferenz sagte. Man sei in Gesprächen mit weiteren potenziellen Kunden etwa aus dem KI-Bereich.

Ist das Insiderhandel?

Trump nutzt Truth Social routinemäßig für wichtige Ankündigungen – etwa zu Zöllen oder militärischen Konflikten. Ein früherer Zugang zu solchen Beiträgen bei dem Online-Netzwerk kann für Investoren ein Marktvorteil sein.

Der Plan, den Schnellzugang zu Posts von Trump und anderen wichtigen Nutzern unter dem Namen Truth API zu vermarkten, löste deswegen zum Teil heftige Kritik in den USA aus. Dem Magazin „Fortune“ sagte Gian Luca Clementi, ein Wirtschaftsprofessor an der NYU Stern School of Business: „Das ist die Definition von Insiderhandel“. Trump besitze 41 Prozent des Unternehmens und profitiere dadurch direkt von diesen Einnahmen.

Mit Geheimnissen reich werden

Unter Insiderhandel versteht man in der Finanzwelt, wenn einzelne Personen oder Unternehmen mit nicht-öffentlichem oder geheimem Wissen versorgt werden, damit diese entsprechen handeln können. Zum Beispiel: Ein CEO informiert einen Bekannten darüber, dass am nächsten Tag ein großer Deal seines Unternehmens bekannt wird. Dieser Bekannte kann dann Aktien der Firma kaufen, die 24 Stunden später an Wert gewinnen. Der Bekannte hatte einen unfairen Vorteil, von dem kein anderer profitieren konnte – weshalb Insiderhandel weltweit verboten ist. In Deutschland drohen Haftstrafen von bis zu 20 Jahren, wenn man beim Insiderhandel erwischt wird.

Allerdings sehen das nicht alle so, da die Posts von Donald Trump grundsätzlich ab dem Moment des Versendens öffentlich werden und nicht mehr als geheime Information gelten können. Die Frage ist daher, ob die Geschwindigkeit, mit der man Zugang zu den Informationen bekommen kann, entscheidend für die Definition von Insiderhandel ist.

Im Raum steht auch die Frage, ob mit dem Angebot der Zugang zu offiziellen Regierungsinformationen privatisiert wird. Wie viel schneller die Beiträge die Computer von zahlenden Kunden dabei erreichen, ist nicht offiziell bekannt. In der Welt des automatisierten Handels können aber auch schon wenige Bruchteile einer Sekunde einen Unterschied ausmachen.

Kritik löst auch der bereits in Medienberichten genannte Preis von bis zu 100.000 Dollar monatlich aus. Laut dem „Wall Street Journal“ sinkt der Preis auf 60.000 Dollar bei länger laufenden Verträgen.

Wenig Umsatz und rote Zahlen

Für TMTG (Trump Media & Technology Group) könnte das eine lukrative neue Erlösquelle werden. Im vergangenen Quartal legte der Umsatz im Jahresvergleich zwar um 89 Prozent zu – erreichte dabei aber gerade einmal 1,7 Millionen Dollar. Durch einen Wertverlust bei Investitionen etwa in Digitalwährungen stand unterm Strich ein Verlust von 238,1 Millionen Dollar in den Büchern, nach einem Minus von 20 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

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