Familientrips nach Europa
So luxuriös reisten Putins Vertraute und Familie
Aktualisiert am 04.10.2026 – 15:09 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Kreml-Elite lässt sich und ihre Familien gerne in Luxusjets reisen – bezahlt vom Staat oder Russlands Oligarchen. Eine Recherche deckt Details auf.
Wenn es um private Reisen geht, ist für die Personen aus Putins engstem Kreis offenbar klar: Geflogen wird im Business-Jet, entweder gemietet oder von einem Oligarchen geliehen. Das hat das unabhängige russische Investigativmedium „Proekt“ herausgefunden.
So benutzten 25 von 37 Familien von hohen Funktionsträgern im Kreml in den vergangenen Jahren einen Privatjet. Zwischen 2014 und 2023 gab es mindestens 600 Reisen von Putin-Vertrauten und ihren Familien mit einem Luxusflieger. Laut „Proekt“ seien die Flüge nur selten privat bezahlt worden, meistens kam der Staat für die Kosten in fünfstelliger Höhe auf. Putins Verwandte verzeichneten mit 180 Flügen die höchste Anzahl. „Proekt“ schätzte, dass diese Reisen etwa fünf Millionen Dollar gekostet hätten, wenn sie selbst dafür bezahlt hätten.
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Zu den anderen Personen, die gerne privat flogen, gehören Putins Sprecher Dmitri Peskow und seine Familie, und Sergej Kirijenko, stellvertretender Leiter der Präsidialverwaltung der Russischen Föderation sowie Jurij Tschaika, Putins Gesandter für den Nordkaukasus, so die Recherchen.
Peskow soll 48 Mal mit einem Privatjet geflogen sein, der ehemalige Präsident Dmitri Medwedew 27 Mal. Sergei Schoigu, Chef des russischen Sicherheitsrats, war 15 Mal im Privatjet unterwegs.

Dabei sollen laut „Proekt“ oftmals reiche russische Geschäftsleute den Jet bestellt haben, in der Regel gratis. So soll der Mitbesitzer von Russian Platinum und Amur Gold, Musa Baschajew, gerne seine Bombardier Global 5000 und Global 6000 zur Verfügung gestellt haben. Jurij Uschakow, einer von Putins Beratern, flog 2015 in einer Falcon 900EX des Oligarchen Viktor Medwedtschuk. Peskows Familie soll mit einem Jet des Oligarchen Sijawudin Magomedow nach Italien in den Urlaub geflogen sein.

Putin soll Geliebter in Präsidentenmaschine gefolgt sein
Putin selbst soll seine Familie und nahestehende Personen ebenfalls in Privatjets fliegen haben lassen. Laut „Proekt“ soll er einst für seine angebliche Geliebte Alina Kabajewa eine Embraer Legacy 650 nach Kasachstan gebucht haben, während er in der Präsidentenmaschine folgte. Die beiden seien dort zum Skifahren gewesen, so „Proekt“. Das Flugzeug mit Kabajewa sei damals von der deutschen Firma Hamburg Air für 26.000 US-Dollar gechartert worden. Es wurde laut Recherchen später auch von den Familien anderer Putin-Vertrauter genutzt, darunter Ramsan Kadyrow, der tschetschenische Machthaber.