„Wir waren arm wie Dreck“

Trotz des Sprungs nach oben hat sie ihre Herkunft nie vergessen. „Wir waren arm wie Dreck“, erzählte sie immer wieder. Eine Hommage an ihre Kindheit kam mit dem Song „Coat of Many Colors“, in dem sie sich an einen von ihrer Mutter aus vielen Stoffresten genähten Mantel erinnerte. Der Hit wurde dann auch 2015 als Dolly-Biografie verfilmt.

Schon mit 13 nahm die Sängerin und Songwriterin ihre erste Platte auf und trat sogar in Nashville, der Welthauptstadt der Countrymusik, auf. Doch so ganz überzeugt war sie noch nicht. Aber ein Herr mit Gitarre empfahl ihr, einfach ihrem Herzen zu folgen und Musik zu machen. Es war Johnny Cash. Also sang sie am liebsten von ihrem Zuhause: Von der „Guten alten Zeit, als es uns schlecht ging“.

„Warum soll ich aussehen wie ein alter Hofhund, wenn ich nicht muss?“, hatte Parton einmal gesagt. (Quelle: John Russell/AP/dpa/dpa-bilder)

Erster großer Erfolg mit „Dumb Blonde“

Nach dem Schulabschluss zog sie nach Nashville. Dort nahm sie Country-Star Porter Wagoner unter seine Fittiche. Der erste große Erfolg stellte sich nach ihrem 21. Geburtstag mit dem Album „Hello, I’m Dolly“ ein. Der erste Titel „Dumb Blonde“ (Dumme Blondine) war dann wegweisend. Denn genau mit diesem Image feierte sie Jahrzehnte lang Erfolge – das blonde, üppige Mädchen in Jeans und Flanellhemd, mit der Gitarre in der Hand. Die Kritik an dem Image störte sie nie: „Ich weiß ja selbst am besten, dass ich nicht dumm bin. Und nicht blond.“ Die Mähne war eines ihrer Markenzeichen.

Einem Chirurgen vertraute sie sich schon an, als Brustoperationen noch etwas Besonderes waren. „Ich kannte Dolly schon, als sie noch flachbrüstig war“, sagte ihr Manager Lee Solters einmal. Parton stand zu ihren Operationen: „Warum soll ich aussehen wie ein alter Hofhund, wenn ich nicht muss?“ Bei ihrem Publikum bedankte sie sich immer wieder für das Geld, das die Fans für Konzertkarten ausgeben mussten: „Es kostet schließlich viel Geld, so billig auszusehen.“

Mehr als 100 Millionen Plattenverkäufe

Sie stieg schnell zur Königin der Country Music auf. Insgesamt nahm Parton, die gut ein Dutzend Instrumente beherrschte, über 80 Alben auf, hatte mehr als zwei Dutzend Nummer-Eins-Hits. Über 100 Millionen verkaufter Alben stehen auf ihrer Haben-Seite, ebenso wie eine Reihe von Grammys und zahlreiche weitere Auszeichnungen.

Dolly Parton war auch eine knallharte Geschäftsfrau. Sie besaß Restaurants, einen Vergnügungspark namens „Dollywood“ und verkaufte sogar Perücken. Doch Parton war auch großzügig: Sie spendete jährlich Millionen für Bildung. Mehr als 2,5 Millionen Bücher bezahlte sie Jahr für Jahr mit ihrer Organisation „Imagination Library“.

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