„Kleine Fohlen verloren ihre Mama“
Weitverbreitete Pflanze wird für Tiere zum Todesurteil
05.11.2026 – 10:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Mehrere Pferde einer Weide fressen eine giftige Pflanze. Für die Besitzerin beginnt eine Zeit des Bangens – und die Zahl der betroffenen Tiere wird immer größer.
Von einer „Nacht des Schreckens“ ist in dem Spendenaufruf auf der Seite GoFundMe die Rede. Eine gesamte Schweizer Familie bangt um ihre Pferdezucht – zwölf Tiere sind bereits verendet und die Zahl könnte noch deutlich steigen.
Laut Pferdebesitzerin und Springreiterin Audrey Steulet-Geiser hatten starke Winde Berg-Ahorn auf die Weide geweht – eine für Pferde giftige Pflanze. „Es war ein Albtraum. Am Samstag holten wir zwei Pferde von der Weide und bemerkten, dass es ihnen überhaupt nicht gut ging“, sagte Steulet-Geiser dem Schweizer Portal „20 Minuten“. Inzwischen seien 13 Tiere gestorben, 23 weitere befänden sich auf Intensivstationen in verschiedenen Tierkliniken. Ob sie überleben, sei unklar.
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Die Züchterin sprach von einem „emotionalen Horror“. Seit dem Vorfall am Sonntag schlafe sie kaum noch – dazu komme die Angst vor horrenden Klinik-Rechnungen.
Horrende Klinikkosten befürchtet
Auf GoFundMe sind binnen weniger Tage etwa 40.000 Schweizer Franken – umgerechnet rund 43.000 Euro – zusammengekommen. In dem Aufruf ist von einer „Tragödie“ die Rede. „Kleine Fohlen verloren ihr Leben oder ihre Mama – jetzt kämpfen die Überlebenden!“ Schon jetzt würden die Klinikkosten auf über 50.000 Franken geschätzt.
Berg-Ahorn kann bei Pferden die Muskelerkrankung atypische Weidemyopathie auslösen. „Rund drei Viertel der Fälle treten im Herbst auf“, sagte Lucia Unger, Dozentin für Innere Medizin an der Pferdeklinik der Universität Bern, zu „20 Minuten“. Der Wind wehe die giftigen Samen häufig auf die Weiden. 30 Samen reichten aus, um bei einem 500 Kilogramm schweren Pferd Symptome auszulösen. Die Erkrankung kann binnen Stunden tödlich enden. Ein Gegengift gebe es nicht, so Unger.
