Prag greift durch

Touristenhochburg verbietet E-Scooter


Aktualisiert am 20.10.2025 – 15:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergammelte E-Scooter: In Prag sollen solche Bilder der Vergangenheit angehören. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Karl-Heinz Spremberg)

Deutlicher kann ein Nein kaum ausfallen: 82 Prozent der Einwohner des Prager Zentrums haben sich gegen Miet-E-Scooter ausgesprochen. Ab Januar sind sie auf Prager Straßen und Gehwegen nicht mehr willkommen.

Prag greift durch: Die Touristenhochburg verbietet ab dem neuen Jahr die Nutzung von Miet-E-Scootern auf ihren Straßen und Gehwegen. Das hat der Stadtrat am Montag beschlossen, wie die Agentur CTK berichtet. Begründet wurde dieser Schritt mit zahlreichen Beschwerden von Einwohnern über falsch abgestellte und im Weg stehende Elektroroller. Zudem sei es in Tschechiens Hauptstadt genau wie an anderen Orten gehäuft zu Unfällen mit den Rollern gekommen, teils sogar mit tödlichem Ausgang.

Die E-Scooter von Verleihfirmen wie Bolt und Lime lassen sich per Smartphone-App mieten. Sie sind besonders bei Touristen beliebt, um die Stadt schnell und flexibel zu erkunden. Im vergangenen Jahr zählte Prag laut der Statistikbehörde CSU mehr als acht Millionen Übernachtungsgäste aus dem In- und Ausland – ein historischer Rekord.

Als Alternative zu Miet-E-Scootern bieten sich Leihfahrräder mit oder ohne elektrischen Antrieb an. Mit den Verleihfirmen dieser Fahrzeuge will die Stadtverwaltung künftig Verträge über die Nutzung von ausgewiesenen Gehweg- und Straßenflächen zum Parken abschließen. Die Firmen müssen dafür eine monatliche Gebühr von umgerechnet rund einem Euro pro Fahrrad entrichten.

Das Thema bewegt die Menschen im historischen Stadtkern von Prag, der seit Jahren unter sinkenden Einwohnerzahlen leidet. Anfang Oktober ließ der erste Stadtbezirk sogar ein lokales Referendum zu diesem Thema abhalten. Darin sprach sich bereits eine klare Mehrheit der Teilnehmenden für ein Parkverbot für Miet-Elektroroller aus.

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