„Absoluter Wahnsinn“
Tornado walzt sich durch Norddeutschland
Aktualisiert am 27.07.2026 – 16:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Anwohner berichten von wenigen Sekunden, die ausgereicht haben sollen, einen Riesenschaden anzurichten. Der DWD bestätigt einen Tornado.
Ein Tornado hat im schleswig-holsteinischen Glückstadt (Kreis Steinburg) und der Umgebung innerhalb kürzester Zeit massive Schäden angerichtet. Durch die Windhose seien am Sonntagabend Schäden in sechs- bis siebenstelliger Höhe verursacht worden, sagte eine Sprecherin der Polizei. Die Wetterseite tornadoliste.de stufte den Sturm am Montagmorgen bereits als Tornado ein, der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigte das Wetterphänomen am Nachmittag.
Er sei nach bisherigen Erkenntnissen mit einer Rotationsgeschwindigkeit von etwa 180 Kilometern pro Stunde durch Glückstadt und die umliegenden Gemeinden gezogen, sagte DWD-Meteorologe Tobias Reinartz auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
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Der Zeitung „SHZ“ zufolge war der Tornado von der Elbe kommend in Höhe einer Autowerkstatt auf Land getroffen. Mehrere Dächer seien abgedeckt und Garagen aus Wellblech durch die Luft geschleudert worden. Zahlreiche Gartenlauben seien durch die Wucht des Windes regelrecht zertrümmert worden. Die Polizei sprach von 40 bis 50 beschädigten Gebäuden. Laut „Hamburger Abendblatt“ sollen umherfliegende Trümmerteile zudem mehrere Autos zerstört haben.
Probleme auf Bahnstrecke Elmshorn – Pinneberg
Auch der Bahnverkehr ist durch die Schäden beeinträchtigt und dadurch auch die Anreise der Fans zum Festival Wacken Open Air, das am Mittwoch beginnt. Eine Oberleitungsstörung dauere weiterhin an, erklärte eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) am Montagnachmittag.
Mithilfe der Feuerwehr habe ein umgestürzter Baum aus den Gleisen entfernt werden können. „Aktuell laufen die Reparaturarbeiten an mehreren Masten unter Hochdruck“, sagte die Sprecherin. Eine Prognose, wie lange der Zugverkehr noch beeinträchtigt ist, könne sie nicht geben.

Im Fernverkehr kommt es demnach zu Ausfällen sowie längerer Fahrdauer und im Regionalverkehr der Linie RE6 zu Beeinträchtigungen. Zwischen Itzehoe und Elmshorn hat die DB einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Auch zwischen Elmshorn und Pinneberg könne es zu Verspätungen und Teilausfällen kommen.
Tornado wütet „Habe ich noch nie erlebt“
Die alarmierte Feuerwehr half bei den Aufräumarbeiten, das Technische Hilfswerk dichtete zerstörte Dächer ab. Die Windhose soll dem „SHZ“-Bericht zufolge anschließend weiter in Richtung des Flusses Herzhorner Rhin gezogen und noch mehr Schäden an Häusern angerichtet haben.
