„Das ist ein schlimmer Ort“

Toter Wiesn-Mitarbeiter: Familie äußert sich


23.09.2026 – 15:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Einsatzkräfte am Fahrgeschäft Hangover (Archivbild): Ein Sicherheitsmitarbeiter war von einer in die Tiefe rasenden Gondel getroffen worden. (Quelle: Felix Hörhager/dpa)

Nach dem tödlichen Unfall auf der Wiesn läuft der Betrieb am Fahrgeschäft Hangover wieder normal. Die Familie des verunglückten 52-Jährigen kann noch immer nicht verstehen, wieso er sterben musste.

Zwei Tage nach dem tödlichen Unfall auf dem Oktoberfest hat sich die Familie des Getöteten zu Wort gemeldet – und Unverständnis über den mutmaßlichen Hergang des Unfalls geäußert.

Der 52-Jährige war als Sicherheitsmitarbeiter am 85 Meter hohen Free-Fall-Tower „Hangover“ im Einsatz. Am Montagabend war er von einer herunter rasenden Gondel getroffen und eingeklemmt worden. Einsatzkräften gelang es zwar noch, den Mann wiederzubeleben, doch im Krankenhaus verstarb er. Ersten Erkenntnissen zufolge hatte sich der Mann in einem Bereich aufgehalten, in dem er eigentlich nicht hätte sein dürfen.

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Wiesn-Unfall: Mitarbeiter war laut Familie vorsichtig

Genau dieser Umstand wirft bei der Familie, die den 52-Jährigen als vorsichtig beschreiben, Fragen auf. Sein 26-jähriger Sohn sagte der „Bild“-Zeitung: „Einen Tag zuvor war er bei einem anderen Fahrgeschäft und ein Gast hatte etwas verloren. Mein Vater sollte es für ihn aufheben. Er sagte aber nein, weil es zu gefährlich ist.“ Deswegen frage er sich, warum sein Vater am Montagabend in dem gefährlichen Bereich gewesen sein soll.

75 Minuten vor dem tödlichen Unfall habe der 52-Jährige noch mit seiner Ehefrau telefoniert, wie diese berichtete. Sie und der Sohn schilderten, sie hätten den Wiesn-Einsatz des Familienvaters mit gemischten Gefühlen betrachtet. Sein Sohn habe gewarnt: „Papa, geh nicht zum Oktoberfest, das ist ein schlimmer Ort zum Arbeiten.“ Die größte Angst sei gewesen, dass er durch Betrunkene verletzt werden könnte.

Fahrgeschäft auf Oktoberfest nach Unfall wieder in Betrieb

Die Ermittlungen der Polizei zu dem Unfall dauerten am Mittwoch weiter an. Es müsse herausgefunden werden, „ob jemandem ein Vorwurf gemacht werden kann“, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen werden seinen Angaben zufolge „Tage, wenn nicht Wochen andauern“. Zeugen, die den Unfall mitbekommen haben, werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Die Betreiberfamilie zeigte sich tief betrübt über den Vorfall. „Unser ganzes Team ist geschockt und entsetzt“, erklärte ein Sprecher der Betreiberfamilie Schneider. Am Dienstagabend war das Fahrgeschäft „Hangover“ wieder in Betrieb – weniger als 24 Stunden nach dem tödlichen Unfall.

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