E-Auto-Nachfrage zieht an
Tesla will Werk bei Berlin deutlich ausbauen
19.07.2026 – 15:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Tesla will die Produktion in Grünheide deutlich steigern. Rückenwind gibt die wieder anziehende Nachfrage nach Elektroautos. Doch der Konzern nennt auch Risiken.
Der US-Elektroautobauer Tesla will sein Werk in Grünheide bei Berlin deutlich ausbauen. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet das Unternehmen mit einer deutlich steigenden Produktion und einer höheren Auslastung der Fabrik. Das geht aus dem Geschäftsbericht der Tesla Manufacturing Brandenburg SE für 2025 hervor.
Der Ausbau war bislang an die Entwicklung des Marktes für Elektroautos gekoppelt. Nun sieht Tesla bessere Voraussetzungen. Rückenwind erhält der Konzern durch die wieder eingeführte staatliche Förderung für E-Autos. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wurden bis Ende Juni bereits Fördergelder von rund 54 Millionen Euro bewilligt. Unter den einzelnen Marken entfielen die meisten bewilligten Anträge auf Tesla.
Tesla hatte bereits angekündigt, die Produktion in Grünheide auf bis zu 7.500 Fahrzeuge pro Woche steigern zu wollen. Das entspräche rund 375.000 Fahrzeugen im Jahr. Zudem soll die Batteriezellfertigung ausgebaut werden. Insgesamt plant das Unternehmen 3.500 neue Arbeitsplätze.
Tesla-Ausbau hängt auch von der Weltlage ab
Ziel ist es, die gesamte Wertschöpfungskette von der Batteriezelle bis zum fertigen Fahrzeug an einem Standort zu bündeln. Nach Unternehmensangaben wäre das in dieser Form europaweit einzigartig. Mehr als 30 Märkte werden bereits von Grünheide aus beliefert. Künftig sollen weitere hinzukommen.
Der Konzern verweist zugleich auf Unsicherheiten. Weitere geopolitische Spannungen oder Unterbrechungen von Lieferketten könnten die Ausbaupläne beeinträchtigen. Auch der geplante Aufbau einer vollständigen Batteriezellfertigung in Grünheide hänge von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Die Zellproduktion in Europa stehe im Wettbewerb mit deutlich günstigeren Standorten in den USA und China.
Gewinn steigt trotz geringerer Produktion
Das Werk in Grünheide erzielte 2025 einen Jahresüberschuss von 77,1 Millionen Euro. Das sind rund 20 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die Umsatzerlöse gingen von 7,7 auf 7,1 Milliarden Euro zurück. Tesla verweist im Geschäftsbericht in diesem Zusammenhang auf gesunkene Produktionskosten.
Im vergangenen Jahr liefen rund 202.000 Fahrzeuge vom Band – etwa 9.000 weniger als 2024. Derzeit wird in Grünheide das Model Y produziert. Die Entwicklung sei vor allem durch die Modellumstellung sowie die Einführung neuer Varianten beeinflusst worden. Dennoch habe das Werk eine stabile Produktionsmenge erreicht. Die Kapazitätsauslastung lag bei 54 Prozent nach 56 Prozent im Vorjahr.
Das Tesla-Werk in Grünheide wurde im März 2022 eröffnet und beschäftigt laut Geschäftsbericht rund 11.000 Menschen einschließlich Leiharbeitskräften. Es gilt als größter Industriebetrieb Brandenburgs. Umweltschützer kritisieren seit Jahren den Standort, weil Teile des Werks in einem Wasserschutzgebiet liegen. Tesla verweist dagegen auf eigene Untersuchungen, nach denen die Fabrik das Grundwasser nicht belastet.
