550 Kilometer Reichweite

Tesla bringt Elektro-Lkw nach Europa


12.09.2026 – 12:48 UhrLesedauer: 4 Min.

Tesla Semi: Auf der IAA Transportation ist die Europaversion des Lkw zu sehen. (Quelle: Tesla)

Tesla bringt seinen Elektro-Lkw Semi nach Europa und nennt erstmals technische Daten für die hiesige Version. Doch es bleiben noch Fragen offen.

Tesla macht Ernst mit seinem Elektro-Lkw Semi: Ab 2027 soll er auch hierzulande ausgeliefert werden. Zuvor gibt es ihn auf der IAA Transportation in Hannover zu sehen – und erstmals verrät Tesla genauer, mit welcher Technik der Semi auf europäischen Straßen antreten soll.

Dabei setzt Tesla zunächst nicht auf die größtmögliche Reichweite. Nach Europa kommt die Standard-Range-Version, die mit einer Akkuladung geschätzt 550 Kilometer schaffen soll. Zum Vergleich: Volvo nennt für den FH Aero Electric bis zu 700 Kilometer, Renault Trucks für den E-Tech T 780 bis zu 660 Kilometer.

(Quelle: IAA Transportation)

Neuheiten auf der IAA

Auf der Messe IAA Transportation in Hannover (15. bis 20. September 2026) zeigen mehr als 1.900 Aussteller ihre Neuheiten. Die Tore öffnen von 9 bis 18 Uhr (Sonntag bis 16 Uhr). Tickets kosten ab acht Euro, reguläre Tagestickets ab 28 Euro.

Für einen Lkw muss weniger Reichweite allerdings nicht automatisch ein Nachteil sein. Große Batterien bringen zusätzliches Gewicht mit – und was der Akku wiegt, kann der Spediteur nicht mehr als Fracht mitnehmen. Hier könnte der Semi für einige Einsatzzwecke interessant werden: Tesla gibt das Leergewicht der Sattelzugmaschine mit weniger als 9,1 Tonnen an.

„electrive.net“ kommt deshalb in einer Beispielrechnung mit einem üblichen Auflieger auf eine mögliche Nutzlast von etwa 24,6 bis 26,6 Tonnen. Wie viel tatsächlich übrig bleibt, hängt unter anderem davon ab, welches zulässige Gesamtgewicht angesetzt wird.

Auch beim Verbrauch nennt Tesla inzwischen eine Zahl: geschätzt 1,0 Kilowattstunden pro Kilometer. Die Angabe gilt allerdings nur unter klar definierten Bedingungen. Tesla legt dafür unter anderem 40 Tonnen Gesamtzuggewicht, Tempo 80, 20 Grad Celsius und eine ebene Strecke zugrunde. Außerdem fährt der Lkw in dieser Rechnung mit einem speziellen Aerodynamikpaket und einem Trockenfracht-Auflieger nach kalifornischem Standard. Wie sich der Semi mit hier üblichen Aufliegern und unter realen Einsatzbedingungen schlägt, wird deshalb erst der Alltag zeigen.

Bis zu 800 Kilowatt Ladeleistung

Angetrieben wird der Semi von drei Elektromotoren an den beiden Hinterachsen. Zusammen leisten sie laut Tesla bis zu 800 Kilowatt. Dazu kommt ein elektrischer Nebenabtrieb mit bis zu 25 Kilowatt.

Auch beim Laden nennt Tesla bis zu 800 Kilowatt. In 30 Minuten soll sich der Akku auf bis zu 60 Prozent bringen lassen. Allerdings: Die Technik im Fahrzeug hilft nur dann, wenn unterwegs auch genug passende Ladepunkte vorhanden sind. Beim Pkw hat Tesla sein Supercharger-Netz früh parallel zu den Fahrzeugen aufgebaut. Für den Semi kündigt das Unternehmen nun ebenfalls ein öffentliches Netz aus sogenannten Megachargern an. Dazu sollen langsamere sogenannte Basecharger mit 120 Kilowatt kommen, die sich eher für längere Standzeiten und das Laden über Nacht eignen. Wie groß dieses Netz in Europa werden soll, an welchen Strecken Tesla es aufbaut und wann die einzelnen Standorte verfügbar sein werden, sagt das Unternehmen bislang nicht.

In den USA baut Tesla sein eigenes Netz bereits aus. Ende Juli nahm das Unternehmen in Bloomington einen Standort mit sechs Ladepunkten in Betrieb. Die dort eingesetzte zweite Generation der Megacharger soll Ladeleistungen von jeweils bis zu 1,2 Megawatt ermöglichen.

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