Nutzer rätseln über Vorfall

Telegram verschwindet plötzlich aus Apples App Store


Aktualisiert am 04.08.2026 – 07:56 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Messaging-App Telegram: Sie wurde offenbar kurzzeitig aus dem App Store von Apple verbannt. (Quelle: Dado Ruvic/reuters)

Die Messaging-App Telegram war weltweit nicht mehr im App-Store von Apple verfügbar. Nutzer rätselten zunächst über die Gründe – nun gibt es eine Erklärung.

Der Messenger-Dienst Telegram ist am Montag kurzzeitig aus dem App-Store von Apple verschwunden. Die verschlüsselte Plattform mit mehr als einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer ließ sich weltweit nicht mehr finden, wie mehrere Tech-Portale berichteten. Wer die App bereits auf seinem iPhone installiert hatte, konnte den Dienst weiter nutzen. Betroffen waren den Berichten zufolge nur Neuinstallationen und Updates.

Apple äußerte sich zunächst nicht zu den Gründen. Am Dienstagmorgen hieß es dann, die App sei wegen Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen von Kindern für kurze Zeit aus der Download-Plattform für iPhones entfernt worden. Sie wurde dem Konzern zufolge wieder zugelassen, nachdem Telegram die Inhalte entfernte und den Nutzer, der sie verbreitet hatte, von der Plattform verbannte.

„Telegram wurde im App Store wiederhergestellt und sollte bald wieder für alle Nutzer verfügbar sein“, hatte auch Telegram zuvor mitgeteilt.

Spekulationen zu den Gründen

Pawel Durow: Sein Messengerdienst Telegram ist in Russland bereits stark eingeschränkt. (Quelle: Tatan Syuflana)

Die Entfernung der App löste zunächst Spekulationen bei Nutzern in den sozialen Medien aus, vor allem da Apple zunächst zu den Hintergründen geschwiegen hatte.

In den vergangenen Jahren gab es verschiedene Kontroversen um Telegram und seinen Gründer. So wurde Durow 2024 in Frankreich wegen des Vorwurfs festgenommen, dass Telegram nicht ausreichend gegen den Missbrauch durch Kriminelle vorgehe. Die Behörden in Australien starteten ein Verfahren gegen Telegram wegen Vorwürfen, dass der Messaging-Dienst extremistische Beiträge nicht entdeckt und entfernt habe.

Telegram spielt zugleich eine wichtige Rolle unter anderem im Ukraine-Konflikt, weil beide Seiten über den Dienst Informationen zum Verlauf des russischen Angriffskrieges veröffentlichen. Erst vergangene Woche hatte Russlands Inlandsgeheimdienst FSB Anklage gegen Durow wegen angeblicher „Beihilfe zum Terrorismus“ erhoben. Er werde international zur Fahndung ausgeschrieben, teilte der FSB mit.

  • Zur Fahndung ausgeschrieben: Das ist das russische Phantom hinter Telegram

Telegram weigere sich, Chats und Bots zu schließen, die von ukrainischen Geheimdiensten und Terrororganisationen genutzt würden, um in Russland Personal für Sabotageakte und Terroranschläge anzuwerben, klagte der FSB.

Durow reagierte, indem er auf der Plattform X ein Foto mit einem Stinkefinger veröffentlichte. Er hatte im Februar, als die Ermittlungen erstmals bekannt wurden, geschrieben: „Jeden Tag fabrizieren die Behörden neue Vorwände, um den Zugang der Russen zu Telegram einzuschränken, weil sie das Recht auf Privatsphäre und freie Rede einschränken wollen.“ Der gebürtige Russe hat seine Heimat bereits vor Jahren verlassen.

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