Auswertung
Das macht das Autofahren immer teurer
20.05.2026 – 09:39 UhrLesedauer: 3 Min.
Autoreparaturen sind schon jetzt teuer wie nie. Durch digitale Vernetzung und Automatisierung wird sich dieser Trend fortsetzen, zeigt eine neue Studie.
Notbremsassistent, Müdigkeitswarner, Automatisierungsfunktionen: Moderne Autos werden immer digitaler, vernetzter und sind mit zahlreichen Fahrassistenzsystemen ausgestattet – manche sprechen schon vom fahrenden Computer. Die Technologien sollen das Autofahren sicherer machen, sie machen es allerdings auch immer teurer. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), die der Nachrichtenagentur Spotpress vorliegt.
Danach könnten Fahrerassistenzsysteme langfristig zu deutlich weniger Unfällen im Straßenverkehr führen. Der Nachteil: Je komplexer die Technik der Fahrzeuge wird, desto teurer werden sie bei Wartung und Reparaturen. Dabei beleuchtet die GDV-Studie erstmals auch die Transformation zur Elektromobilität sowie Inflationsszenarien, die für die Preissteigerung in der Kfz-Branche eine maßgebliche Rolle spielen. Elektroautos haben konstruktionsbedingt zwar deutlich weniger Verschleißteile an Bord als Verbrennerfahrzeuge. Doch wenn bei den Stromern etwas kaputtgeht – etwa Teile der Antriebsbatterie – sind die Reparaturkosten höher.
Assistenten senken Unfallzahlen
Eine positive Erkenntnis: Fahrerassistenzsysteme senken die Unfallzahlen laut der GDV-Prognose spürbar: Bis 2040 werde die Schadenanzahl 9 bis 14 Prozent und der Schadenaufwand um 6 bis 12 Prozent sinken. Besonders große Wirkung hätten Park- und Rangierhilfen sowie Notbrems- und Spurwechselassistenten.
Doch diese Systeme reduzieren zwar Unfälle, machen gleichzeitig aber jeden Schaden teurer. Moderne Pkw verfügen über zahlreiche Sensoren und Kameras. Schon der simple Austausch der Frontscheibe nach einem Steinschlag kann kostspielig werden, weil die enthaltene Computertechnik kalibriert werden muss. Dadurch steigen die Versicherungsprämien.

Inflation überlagert Fortschritte
Hinzu kommt laut GDV, dass die Inflation die technischen Fortschritte deutlich überlagert. Bereits bei zwei Prozent Inflation pro Jahr steige der Schadenaufwand bis 2040 bei weiterer Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen und Elektroautos um 24 bis 32 Prozent, bei jährlich 3,7 Prozent Inflation sogar um 64 bis 75 Prozent. „Die Preisentwicklung ist damit der dominante Kostentreiber.“
Schon heute liegen die Reparaturkosten für Pkw auf Rekordniveau: 2024 lag der Stundensatz von Kfz-Werkstätten erstmals im Schnitt bei über 200 Euro. Vertragswerkstätten stellen noch oft deutlich höhere Sätze in Rechnung. Ob Arbeiten an Mechanik, Elektrik oder Karosserie – seit 2017 sind die Werkstattkosten in Deutschland um 50 Prozent angestiegen, auch weil die Fahrzeuge technisch immer komplexer werden.
Assistenten können nicht alles verhindern

Viele Schäden werden sich zudem künftig auch mit Fahrerassistenzsystemen und automatisierten Funktionen nicht vermeiden lassen. Das gilt laut der neuen GDV-Studie insbesondere für Teilkaskoschäden. „Ein Autobahnpilot schreckt keine Autodiebe ab, eine Einparkhilfe schützt weder vor Steinschlägen, Hagel noch vor Wildunfällen oder Marderbissen.“
