Durch Sparmaßnahmen gezwungen

MDR stoppt „Tatort“- und „Polizeiruf“-Produktionen


Aktualisiert am 12.05.2026 – 08:54 UhrLesedauer: 2 Min.

„Tatort: Siebenschläfer“: Peter Schnabel (Martin Brambach) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) kommen am Tatort an. (Quelle: MDR/MadeFor Film/Steffen Junghans)

Krimis aus dem Osten Deutschlands gibt es sonntagabends wohl zukünftig sehr viel seltener zu sehen als ohnehin schon. Der Grund dafür sind Sparmaßnahmen beim MDR.

Der Mitteldeutsche Rundfunk setzt wegen des Streits um die Erhöhung des Rundfunkbeitrags ein umfangreiches Sparpaket um. Dieses beinhaltet eine drei Jahre lange Pause, was die Produktionen von neuen „Tatort“ und „Polizeiruf 110“-Episoden angeht.

Davon betroffen ist das „Tatort“-Team aus Dresden, das sind Kommissarin Leonie Winkler und deren Chef Peter Schnabel, gespielt von Cornelia Gröschel und Martin Brambach. Sowie auch das „Polizeiruf 110“-Team aus Magdeburg. Hier steht im Mittelpunkt Claudia Michelsen als Ermittlerin Doreen Brasch.

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Seit dem Start des Dresdener Teams 2016 liefen, bis auf eine Ausnahme 2024, jeweils zwei Fälle im Jahr. Aus Magdeburg gibt es seit 2013 stets einen bis zwei neue Krimis jährlich zu sehen. Für beide Reihen verfügt der Sender laut Mitteilung bereits über eine nicht genannte Zahl fertiggestellter und vertraglich fixierter Produktionen, die in den kommenden Jahren ausgestrahlt werden können.

Sparmaßnahmen nach nicht erhöhtem Rundfunkbeitrag

Eine weitere Konsequenz der Sparmaßnahmen, über die MDR-Intendant Ralf Ludwig den Rundfunkrat am Montag unterrichtete: Der Sender will seine Jugendwelle „MDR Sputnik“ ab 2027 nicht mehr über UKW verbreiten. Bereits seit Freitag war bekannt, dass sich der MDR zudem von der Produktion des ARD-„Mittagsmagazins“ trennen will. Derzeit laufen Gespräche innerhalb der ARD über eine Abgabe der Sendung ab 2027, die voraussichtlich der NDR übernimmt.

Die Umstrukturierungen beim MDR erfolgen aufgrund der nicht umgesetzten Erhöhung des Rundfunkbeitrags, die eine umfangreiche Budgetkürzung aufgrund einer „erheblichen Finanzlücke“ mit sich bringe. ARD und ZDF hatten im November 2024 Verfassungsbeschwerde eingereicht, weil die Bundesländer die empfohlene Erhöhung von derzeit 18,36 Euro auf 18,94 Euro zum 1. Januar 2025 nicht beschlossen hatten. Im Februar 2026 gab die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) eine neue Empfehlung ab: Ab 2027 soll der Beitrag demnach auf 18,64 Euro steigen – also 30 Cent weniger als ursprünglich vorgeschlagen.

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