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Tänzerinnen-Brunnen von Kolbe für vier Millionen Euro versteigert

wochentlich.deBy wochentlich.de5 Juni 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Tänzerinnen-Brunnen von Kolbe für vier Millionen Euro versteigert
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Versteigerung in Berlin

Mehrere Millionen: Skulptur erzielt das Vierfache des Schätzpreises

05.06.2026 – 08:06 UhrLesedauer: 2 Min.

Vergrößern des Bildes

Tänzerinnen-Brunnen in Berlin (Archivbild): Er wurde für mehrere Millionen versteigert. (Quelle: IMAGO/Schöning)

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Der Tänzerinnen-Brunnen von Georg Kolbe gehörte einst einem jüdischen Berliner, dessen Familie ihn in der NS-Zeit verlor. Nun haben die Erben das Werk versteigern lassen.

Der Tänzerinnen-Brunnen des Bildhauers Georg Kolbe ist bei einer Auktion in Berlin für vier Millionen Euro versteigert worden. Das Werk aus dem Jahr 1922 hatte als NS-Raubgut gegolten und stand zuletzt im Garten des Georg Kolbe Museums im Berliner Westend. Das Auktionshaus Grisebach brachte den Brunnen im Rahmen seiner Sommerauktion unter den Hammer, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

Der Schätzpreis hatte zwischen einer und 1,5 Millionen Euro gelegen. Kurz nach der Versteigerung war noch nicht bekannt, wer den Zuschlag erhalten hatte und ob der Brunnen aus Bronze und Travertin weiterhin im Museumsgarten verbleiben darf.

Brunnen aus jüdischem Besitz geraubt

Georg Kolbe hatte das Werk ursprünglich für die Villa von Heinrich Stahl geschaffen, wie das Bezirksamt Berlin-Charlottenburg auf seiner Internetseite festhält. Stahl war Direktor der Victoria-Versicherung und später Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde von Berlin. Während der NS-Zeit wurde seine Familie gezwungen, das Haus, vor dem der Brunnen stand, unter Wert zu verkaufen. Heinrich Stahl und seine Frau Jenny wurden 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert. Er überlebte die Deportation nicht, seine Frau Jenny kam nach Kriegsende in die USA.

Im Jahr 2001 erklärte Werner Stahl, der Enkel von Heinrich Stahl, den Verzicht auf den Brunnen. Wie das Georg Kolbe Museum später mitteilte, geschah dies jedoch nicht im Namen der gesamten Familie. Das Museum bot daraufhin an, das Werk vollständig an die Erbengemeinschaft zurückzugeben. Das Museum erklärte dazu: „Das wichtigste Ziel des Museums war es, eine faire sowie gerechte Lösung gemeinsam mit den Nachfahren des ursprünglichen Eigentümers herbeizuführen. Dies ist geglückt und die Erbengemeinschaft nach Heinrich Stahl nahm das Restitutionsangebot an.“

Kolbe-Museum kann nicht mitbieten

Die Erben entschieden sich anschließend für eine Versteigerung in Berlin. Das Kolbe-Museum hatte zuvor mitgeteilt, eine eigene Beteiligung an der Auktion sei unwahrscheinlich, da es weder über einen Ankaufsetat verfüge noch andere Mittel habe beschaffen können.

Für Grisebach ist das Ergebnis ein neuer Rekord bei Werken des Bildhauers. Bereits im Vorjahr hatte das Auktionshaus mit Kolbes Skulptur „Stehende Frau“ einen bis dahin unerreichten Preis von 1,4 Millionen Euro erzielt. Diesen Wert übertraf der Tänzerinnen-Brunnen nun deutlich.

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