Nach Abnehmspritzen oder Diäten

Studien zeigen: Das soll den Jo-Jo-Effekt verhindern


20.05.2026 – 11:53 UhrLesedauer: 4 Min.

Auf der Waage: Ein großes Problem in der Behandlung von starkem Übergewicht ist der Jo-Jo-Effekt.

Auf der Waage: Ein großes Problem in der Behandlung von starkem Übergewicht ist der Jo-Jo-Effekt. (Quelle: mapo/getty-images-bilder)

Viele Menschen nehmen inzwischen mit Abnehmspritzen ab. Doch nach dem Ende der Therapie kehren die Kilos oft zurück. Neue Studien zeigen jetzt, welche Ansätze helfen könnten, das Gewicht langfristig zu halten.

Abnehmen galt lange als größte Hürde bei Adipositas. Inzwischen schaffen das viele Betroffene mit Medikamenten wie Semaglutid oder Tirzepatid deutlich besser als früher. Andere nutzen weiterhin Diätprogramme. Schwieriger bleibt allerdings etwas anderes: das niedrigere Gewicht dauerhaft zu halten. Denn häufig kommt es nach dem Absetzen der Medikamente oder dem Ende der Diät zum gefürchteten Jo-Jo-Effekt. Mitunter ist dieser bei Abnehmspritzen sogar stärker als bei normalen Diäten.

Zwei neue Studien, die im Fachmagazin „Nature Medicine“ veröffentlicht wurden, untersuchen nun zwei mögliche Strategien gegen diesen Rückfall: ein spezielles Bakterien-Präparat und den Wechsel von Spritzen auf eine Tablette.

Gut zu wissen

Bei beiden Untersuchungen handelt es sich um herstellerfinanzierte Studien. Unabhängige Experten bemängeln zwar Limitationen wie wenig Probanden oder eine kurze Laufzeit, bewerten die Studien aber insgesamt als methodisch solide.

Warum das Gewicht oft zurückkehrt

Adipositas (starkes Übergewicht) gilt heute als chronische Erkrankung. Dabei sind Stoffwechsel und Hungergefühl stark verändert, wodurch es Betroffenen sehr schwer fällt, langfristig ihr Gewicht zu reduzieren und zu halten. Mehr zu den Ursache des Jo-Jo-Effekts erfahren Sie hier.

Das Problem wird auch nach dem Absetzen sogenannter GLP-1-Medikamente sichtbar. Dazu gehören Wirkstoffe wie Semaglutid oder Tirzepatid. Sie imitieren das Darmhormon GLP-1, bremsen darüber den Appetit und sorgen für eine stärkere Sättigung. Tirzepatid wirkt zusätzlich auf ein weiteres Hormon namens GIP. Viele Menschen verlieren damit innerhalb eines Jahres 15 bis über 20 Prozent ihres Körpergewichts.

Doch Studien zeigen: Ohne weitere Behandlung nimmt ein Großteil der Betroffenen wieder zu. Eine mögliche Erklärung ist laut Dimitrios Koutoukidis, Mediziner und Ernährungsexperte der Universität von Oxford, dass Menschen, die mit Medikamenten abnehmen, ihre Ernährung nicht bewusst umstellen mussten. Daher haben sie nicht die praktischen Strategien entwickelt, die ihnen helfen könnten, das Gewicht zu halten.

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Tablette statt Spritze?

Die ATTAIN-MAINTAIN-Studie untersuchte den Wechsel von einer GLP-1-Abnehmspritze auf den neuen Tabletten-Wirkstoff Orforglipron. Der Wirkstoff gehört ebenfalls zur Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten, muss aber nicht gespritzt werden. An der Studie nahmen 376 Menschen teil, die zuvor mit Tirzepatid oder Semaglutid bereits deutlich abgenommen hatten.

Nach dem Wechsel auf die tägliche Orforglipron-Tablette hielten viele Teilnehmende ihr Gewicht deutlich besser als mit Placebo. Menschen nach einer Semaglutid-Therapie behielten fast ihr komplettes, reduziertes Gewicht. Nach Tirzepatid kam es zwar häufiger zu einer erneuten Gewichtszunahme, dennoch blieb ein Großteil des Erfolgs erhalten.

Zusätzlich stabilisierten sich wichtige Gesundheitswerte wie Blutdruck, Blutzucker und Taillenumfang. Allerdings traten auch Nebenwirkungen auf. Viele Teilnehmende klagten über Übelkeit, Verstopfung, Durchfall oder Erbrechen. Außerdem lief die Studie nur ein Jahr lang. Ob die Wirkung langfristig anhält, bleibt offen.

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