„Verdienen einen sensibleren Umgang“
Szene in RTL-Show löst Diskussion aus – Sender reagiert
11.07.2026 – 15:31 UhrLesedauer: 3 Min.
In einem Realityformat tauchen Nacktfotos einer offenbar ermordeten Frau auf. Die Szene sorgt bei den Zusehenden für Kritik. Nun äußern sich RTL und Kandidat Maki Doric dazu.
Zur neuen RTL+-Realityshow „Bad Boyfriends“ gehören mögliche Kontrollen der Handys der teilnehmenden Kandidaten durch deren Freundinnen. Dabei entdeckte Teilnehmerin Michelle Mišić in der aktuellen Folge intime Fotos einer anderen Frau auf dem Smartphone ihres Partners Maki Doric.
Dieses sei ihm zugeschickt worden, sagte er seiner Freundin, als sie ihn entsetzt ansah. Auf Nachfrage von Moderatorin Charlotte Engelhardt, die während der Handykontrolle bei dem Paar war, erklärte Maki Doric: „Das ist ein Nacktfoto von einer Frau, ein Video von einer Frau.“ Doric sagte: „Die Frau hat mir dieses Foto geschickt und die Videos auf Instagram. Ich hab die aber gelöscht, sofort.“ Nach mehreren Ausreden versuchte Doric seine Partnerin zu trösten. Dann sagte er, dass es ohnehin keinen Kontakt mehr zu der Frau gebe: „Es ist etwas passiert mit dieser Frau. Diese Frau wurde getötet von ihrem Freund.“
„Für mich wirkt das respektlos“
Michelle Mišić sagte, ihr sei das gerade zu viel, sie könne das nicht einsortieren. Eine Einordnung gab es auch nicht vom Sender, kein Wort mehr zu einem Femizid, der gerade in dem Format angesprochen wurde. Entsprechend sorgte die Szene beim Publikum für Diskussionen und zog Kritik nach sich. Auf Instagram schrieb etwa jemand: „Wie wäre es, wenn ihr Femizide auch als solche thematisiert und das problematische Verhalten von Maki klar benennt?“ Ebenfalls zu lesen: „Ich frage mich, ob man so eine Aussage wirklich hätte senden müssen. Für mich wirkt das respektlos gegenüber den Angehörigen und macht aus einer tragischen Gewalttat einen beiläufigen TV-Moment. Solche Themen verdienen einen sensibleren Umgang.“

RTL hat sich jetzt auf Anfrage von „Bild“ dazu geäußert. Eine Sprecherin des Senders sagte, man lege „großen Wert darauf, mit sensiblen Themen verantwortungsvoll umzugehen und die Persönlichkeitsrechte aller Betroffenen zu schützen“. Und weiter: „Die Darstellung der Inhalte beschränkt sich auf das für die erzählte Handlung erforderliche Maß. Den Teilnehmenden stand während der Dreharbeiten psychologische Betreuung zur Verfügung und sie werden auch während der Ausstrahlung begleitet. Zu darüber hinausgehenden Details äußern wir uns aus Rücksicht auf die Betroffenen und deren Angehörige nicht.“
