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Gesundheit

Symptome, Ursachen und Behandlung einer Urtikaria

wochentlich.deBy wochentlich.de4 Dezember 2025Keine Kommentare4 Mins Read
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Symptome, Ursachen und Behandlung einer Urtikaria
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Entsteht Urtikaria, wenn die Körpertemperatur erhöht ist, handelt es sich um eine cholinergische Urtikaria oder Schwitzurtikaria. Dann entstehen viele kleine Quaddeln, die meist großflächig auftreten. Die Temperatur im Inneren des Körpers kann aus verschiedenen Gründen erhöht sein, zum Beispiel bei längerem Baden in einer heißen Wanne, nach dem Verzehr scharfer Speisen oder auch durch Stress.

Auch körperliche Anstrengung kann eine Nesselsucht auslösen, die sogenannte anstrengungsinduzierte Urtikaria. Nicht zuletzt gibt es die Kontakturtikaria, welche bei Personen auftreten kann, die an einer Kontaktallergie leiden. Bei Berührung mit dem allergieauslösenden Stoff bildet sich dann der typische Ausschlag.

Eine Nesselsucht erkennen Ärzte meist schon an dem charakteristischen Ausschlag. Hilfreich für die Diagnose sind unter anderem Angaben darüber, seit wann die Beschwerden schon bestehen, wie lange sie jeweils anhalten und ob neben dem Ausschlag noch weitere Symptome auftreten (etwa Schwellungen).

Zudem wird der Arzt wissen wollen, ob es einen bestimmten Auslöser für die Nesselsucht gibt, etwa Kälte, Licht oder Druck. In vielen Fällen hat der Patient bereits einen bestimmten Auslöser im Verdacht. Dann können gezielte Tests (Provokationstests) helfen, die Vermutung zu bestätigen. Die Person wird dann dem jeweils möglichen Auslöser ausgesetzt.

Schwerer als die eigentliche Diagnose und die Ermittlung des Auslösers ist es, die Ursachen für die Nesselsucht zu finden. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn die Nesselsucht schon länger anhält. Wenn die Ursache beseitigt werden kann, kann dies auch die Nesselsucht zum Abklingen bringen.

Im Gespräch wird der Arzt nach möglichen Ursachen fragen. Zum Beispiel wird sie oder er wissen wollen, ob die Person bestimmte Unverträglichkeiten aufweist (etwa gegen Lebensmittelzusätze), welche Medikamente sie einnimmt oder ob Allergien bekannt sind. Bei einer chronischen Urtikaria kann es hilfreich sein, ein Tagebuch zu führen, um der möglichen Ursache auf die Spur zu kommen.

Je nachdem, welche Ursache vermutet wird, können verschiedene körperliche Untersuchungen sinnvoll sein. Anhand einer Blutprobe lässt sich zum Beispiel feststellen, ob möglicherweise ein Infekt hinter den Beschwerden steckt.

Wird ein bestimmtes Nahrungsmittel oder ein Zusatzstoff als Ursache vermutet, bietet sich eine Urtikaria-Diät an. Die betroffene Person muss dann über vier Wochen hinweg auf eine Palette bestimmter Nahrungsmittel verzichten. Anschließend kommen wieder nach und nach einzelne Nahrungsmittel hinzu, um zu testen, ob die Person eine Reaktion zeigt.

Behandlung einer Nesselsucht

Was tun, wenn sich Symptome einer Nesselsucht zeigen? Bei einer nur kurz anhaltenden, akuten Urtikaria reicht es meist aus, die Symptome mit Medikamenten in den Griff zu bekommen.

Hält die Nesselsucht jedoch länger an, ist es wichtig, die Ursachen zu finden und möglichst auszuschalten. Hat etwa eine Infektion im Nasenrachenraum die Urtikaria begünstigt, sollte diese rasch behandelt werden. Bei Kindern steckt häufiger eine Streptokokkeninfektion hinter der Urtikaria. Wenn eine Allergie die Urtikaria hervorruft, sollte möglichst eine Hyposensibilisierung erfolgen.

Unabhängig von den Ursachen lassen sich die Symptome einer Nesselsucht mit Medikamenten behandeln.

Gegen die Beschwerden einer Nesselsucht kommen insbesondere Antihistaminika zum Einsatz. Sie schwächen die Wirkung des Botenstoffs Histamin ab, welcher während eines Urtikaria-Schubs vermehrt freigesetzt wird.

Meist sind hohe Dosen erforderlich, um die Symptome zu lindern. Insbesondere sogenannte H1-Histaminika (mit Wirkstoffen wie Cetirizin oder Desloratadin) haben sich zur Behandlung der Nesselsucht bewährt. Die Wirkstoffe blockieren die Bindungsstellung des Histamins und verhindern so, dass es seine Wirkung entfalten kann.

Der Wirkstoff Omalizumab kann bei einer chronischen Urtikaria zusätzlich zu Antihistaminika eingenommen werden, wenn die bisherige Behandlung nicht ausreichend geholfen hat. Omalizumab fängt den Antikörper Immunglobulin E (IgE) im Blut ab. So lässt sich verhindern, dass die Antikörper an den Mastzellen binden und diese daraufhin Histamin ausschütten. Auch der Wirkstoff Ciclosporin A verhindert die Freisetzung von Histamin.

Bei einer schweren Nesselsucht können zusätzlich kortisonhaltige Medikamente aus der Gruppe der Glukokortikoide zum Einsatz kommen. Diese stellen sicher, dass weniger Histamin freigesetzt wird, indem sie auf die ausschüttenden Mastzellen wirken. Kortisonhaltige Medikamente können sehr wirkungsvoll sein, dürfen allerdings nur für kurze Zeit angewendet werden.

Wer den Auslöser seiner Nesselsucht kennt, sollte diesen möglichst meiden. Führt zum Beispiel eng anliegende Kleidung schnell zu einer Urtikaria, kann bequeme, lockere Kleidung Abhilfe schaffen.

Eine akute Nesselsucht klingt von allein wieder ab. Bei starkem Juckreiz können sich betroffene Personen möglicherweise mit Hausmitteln behelfen.

Im Internet finden sich viele (vermeintliche) Hausmittel gegen Nesselsucht. Gegen den Juckreiz werden etwa Essigwickel, Salben mit Hamamelis oder Backpulver empfohlen. Letzteres soll, mit Wasser vermischt, direkt auf die juckenden Stellen aufgetragen werden. Wie gut solche Hausmittel bei Nesselsucht wirklich helfen, ist allerdings nicht untersucht. Hinzu kommt, dass Hausmittel auch unerwünschte Wirkungen haben können. Daher empfiehlt sich im Zweifel ein Besuch beim Arzt.

In manchen Fällen können kühlende Salben oder Kompressen hilfreich sein. Achtung: Personen mit Kälteurtikaria sollten auf Kälte als Hausmittel verzichten, da sie die Symptome verschlimmern kann.

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Nicht zuletzt können sich erkrankte Personen zunächst selbst helfen, indem sie auf rezeptfreie Antihistaminika und andere juckreizstillende Präparate aus der Apotheke zurückgreifen – etwa auf Salben mit dem Wirkstoff Polidocanol.

Halten die Beschwerden länger an oder werden stärker, ist in jedem Fall ärztlicher Rat nötig.

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