Kompakt-SUV scheitert komplett
Crashtest endet im Debakel
31.10.2026 – 15:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein chinesisches Kompakt-SUV erzielt im Crashtest null Sterne. Zudem entdecken die Prüfer einen gefährlichen Fehler, der das Ergebnis nach dem Aufprall verschärft.
Das chinesische Kompakt-SUV Chery Tiggo 2 ist im aktuellen Crashtest der Prüforganisation Latin NCAP durchgefallen. Der Wagen erhielt null von fünf Sternen – das schlechteste Ergebnis in der Geschichte des Verbandes. Obwohl das Modell serienmäßig mit vier Airbags und dem Schleuderschutz ESP ausgestattet ist, kollabierte seine Konstruktion beim Aufprall völlig. Zudem stellten die Prüfer nach dem Zusammenstoß eine akute Brandgefahr fest.
Latin NCAP schnell erklärt
Das Latin NCAP (New Car Assessment Programme für Lateinamerika und die Karibik) bewertet anhand standardisierter Crashtests die Sicherheit von Neuwagen in diesen Regionen. Die Ergebnisse dienen der Verbraucherinformation. Das Verfahren ist mit dem Euro NCAP in Europa vergleichbar.
Die Messprotokolle der Techniker zeigen ein erschreckendes Ergebnis: Beim Schutz von Erwachsenen und Kindern versagte das Fahrzeug vollständig – null Prozent. Während des Frontalaufpralls hielten weder die Karosserie noch der Fußraum dem Druck stand. Die Sensoren der Crashtest-Dummys registrierten lebensgefährliche Belastungen im Brustbereich des Fahrers. Besonders dramatisch: Gerät das Auto nach einem solchen Unfall in Brand, sitzen die Insassen in der Falle – und auch die Rettungskräfte bringen sich in Lebensgefahr.
Gefährlich niedriges Sicherheitsniveau
Das Urteil entlarvt den Sparkurs des Herstellers. So liefert Chery den Tiggo 2 ab Werk ohne seitlichen Kopfschutz aus. Auf den Rücksitzen fehlen Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer. Elektronische Helfer, die Unfälle verhindern könnten, sind ebenfalls nicht vorhanden. Da hilft es auch wenig, dass der Wagen beim Fußgängerschutz 49 Prozent erreicht. Alejandro Furas, Generalsekretär von Latin NCAP, kritisiert das gefährlich niedrige Sicherheitsniveau in dieser extrem populären Fahrzeugklasse scharf.
Für den chinesischen Autokonzern Chery ist das Testergebnis ein schwerer Schlag zur Unzeit. Der Hersteller steht ohnehin bereits in der Kritik. Erst vor wenigen Wochen löste sich in Malaysia bei einem Chery Omoda 5 während der Fahrt die komplette Hinterachse. Die Behörden entzogen dem Modell die Zulassung und der Konzern musste fast 9.000 Fahrzeuge zurückrufen.
Dauerhafte Präsenz statt schneller Gewinne
Konzernchef Yin Tongyue versucht nun, den Schaden zu begrenzen. Er entschuldigte sich öffentlich für die aufgetretenen Mängel und betonte, sein Unternehmen wolle langfristige Präsenz auf den Exportmärkten – und nicht nur schnelle Gewinne. Mittel- und Südamerika sind für den globalen Erfolg der Chinesen von großer Bedeutung: Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres lieferte Chery mehr als 115.000 Fahrzeuge in die Region.
