Ärztemangel auf dem Land
Supermarktkette bietet Arzttermine an
Aktualisiert am 14.11.2025 – 07:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Ärztemangel in Deutschland wird immer gravierender. Kaufland möchte jetzt das Problem lösen – mit einer kuriosen Idee.
Im nordwürttembergischen Mosbach können sich Supermarkt-Kunden ab sofort nicht nur mit Lebensmitteln eindecken – sondern auch mit ärztlichem Rat. Wie die Supermarktkette Kaufland in einer Pressemitteilung bekannt gab, will sie hier ein einmaliges Pilotprojekt starten. In einer kleinen Kabine im Eingangsbereich des Marktes werde den Einkäufern in Zukunft medizinische Beratungen per Video angeboten.
Für das Projekt arbeitet die Supermarktkette mit dem „S Medical Room“ der Sana MVZ zusammen. Um das Angebot zu nutzen, checken die Kunden in der Regel mit dem Smartphone ein und betreten dann einen schalldichten Raum. Dort schalten sich Ärztinnen oder Ärzte per Video dazu – für eine Beratung wie in der Praxis.
Unterstützt sollen die Ärzte von vor Ort von medizinischem Fachpersonal werden. Sie sollen etwa Blutdruck messen oder ein EKG aufzeichnen. Sollte der persönliche Kontakt zu einem Arzt notwendig sein, wird dieser ebenfalls vermittelt. Zudem soll es Zusatzleistungen für Selbstzahler geben.
Ein Sprecher von Kaufland erklärte, das Angebot richte sich vor allem an Regionen mit großem Ärztemangel. Das Unternehmen wolle dem Hausärztemangel in ländlichen Gebieten entgegenzuwirken.
Dass Bedarf besteht, zeigen auch aktuelle Zahlen der Bertelsmann-Stiftung: Mehr als 5.000 Hausarztstellen sind in Deutschland aktuell unbesetzt – die Tendenz ist steigend. Weil der medizinische Nachwuchs fehlt, werden Wartezeiten länger und viele Praxen nehmen keine neuen Patienten mehr auf.
Auch andere Handelsunternehmen wollen diese Lücke für sich nutzen: Die Drogeriemarktkette dm testet aktuell den Verkauf rezeptfreier Medikamente über eine tschechische Tochtergesellschaft. In einigen Filialen können Kunden bereits ihre Vitalwerte prüfen lassen – als Ersatz für den oft schwer zu ergatternden Arzttermin.
Lidl und Rossmann arbeiten an ähnliche Projekten: Bald sollen in den Märkten auch rezeptfreie Präparate verkauft werden.













