„Du fährst wie ein Wahnsinniger!“

Supercar-Konvoi rast auf Schweizer Alpenpässen und verspottet Polizei


22.10.2026 – 08:46 UhrLesedauer: 2 Min.

Der YouTuber Jay P mit seinem McLaren: Auf seine Raserei durch die Schweiz ist er stolz. (Quelle: YouTube)

Ein britischer YouTuber rast mit einem Supercar-Konvoi über Schweizer Alpenpässe. Die Polizei stoppt die Gruppe – doch die Raser haben für die Beamten nur Spott übrig.

Auf dem Sustenpass jagt ein McLaren 720S von Kurve zu Kurve, überholt Auto um Auto, lässt den Auspuff knallen. Die Dashcam auf dem Armaturenbrett nimmt alles auf. Ein britischer Youtuber hat die Schweizer Alpenpässe offenbar mit einer Rennstrecke verwechselt.

Er nennt sich Jay P und hatte für diese Fahrt eine Nacht geopfert. Denn den Start des Supercar-Konvois hatte er verpasst und seinen McLaren von England durch den Eurotunnel, quer durch Frankreich, in die Schweizer Alpen gejagt. Er habe schließlich schon bezahlt, sagt er in die Kamera.

Schweizer Polizei stoppt Supercar-Konvoi

Lange geht die Raserei durch die Schweizer Alpen gut. Dann hält die Polizei den Konvoi aus rund 20 Supercars an. An einem der Fahrzeuge rauchen die Bremsen sichtbar. Ein Fahrer steigt aus, ein Beamter staucht ihn zusammen: „Du fährst wie ein Wahnsinniger! Das hier ist die Schweiz, nicht das verdammte Britannien!“, schimpft der Beamte. Die Entschuldigung des Fahrers lässt er nicht gelten und schickt ihn zurück ins Auto. Dann fotografiert er die Kennzeichen der Gruppe.

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Die Patrouille war ursprünglich aus einem anderen Grund vor Ort. Konkrete Belege für strafrechtlich relevante Fahrverstöße liegen den Beamten zu diesem Zeitpunkt offenbar nicht vor – sie ermahnen die Fahrer und ziehen weiter.

YouTuber verspottet Schweizer Polizei

Kaum ist die Polizei weg, kommentiert Jay P die Szene in die Kamera. Der Beamte habe sie behandelt, als seien sie Kinder, sagt er spöttisch. Sein Rat an die Polizei: Sie müssten sich Karbon-Keramik-Bremsen zulegen. „Die Schweizer Polizei versteht keinen Spaß“, erklärt er. Dann, fast im gleichen Atemzug: „Am Ende sind wir genau dafür hergekommen.“

Vor laufender Kamera kündigt er das nächste Duell an – sein McLaren 720S gegen einen Audi R8 V10. Danach geht es weiter über den Furkapass.

YouTuber liefert Beweise selbst

Am 20. Oktober lud Jay P das halbstündige Video auf YouTube hoch. Einen Tag später lag das Material der Kantonspolizei Uri vor. Was die Beamten bei der Kontrolle auf dem Sustenpass nicht hatten, lieferte ihnen der YouTuber selbst: Aufnahmen, die mutmaßliche Verstöße gegen das Straßenverkehrsgesetz dokumentieren. Laut Polizei hatte der Beamte bei der Anhaltung zwar vermutet, gefilmt zu werden – aber nichts Konkretes gesehen, zitiert die Schweizer Zeitung „Blick“ die Beamten.

Eine interne Erstbeurteilung ergab, dass im Videomaterial Verkehrsregelverletzungen erkennbar sind. Die Kantonspolizei Uri hat nun ein Verfahren gegen Jay P eingeleitet und die Polizeikorps der Nachbarkantone informiert. Ob und welche Konsequenzen die Fahrt für den YouTuber haben wird, ist noch offen. Die Ermittlungen dauern an.

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