Bewegung bei Parkinson
Dieses Pensum könnte besonders günstig wirken
08.10.2026 – 13:56 UhrLesedauer: 3 Min.
Bewegung ist bei Parkinson wichtig. Aber muss sie anstrengend sein? Eine neue Studie legt nahe, dass etwas anderes zählt.
Für Menschen mit Parkinson ist Sport eine Herausforderung. Je nach Ausmaß der Beschwerden können bereits leichte Aktivitäten wie Gehen zunehmend mühsam werden.
Auf Bewegung zu verzichten, ist dennoch keine Lösung. Im Gegenteil: Gerade bei Parkinson ist körperliche Aktivität wichtig. Eine neue Studie liefert nun weitere Hinweise darauf, dass sich Bewegung gleich doppelt auszahlen könnte. Demnach verschlechterten sich bei körperlich aktiven Patienten sowohl die Bewegungsfähigkeit als auch das Denken und Erinnern langsamer.
Die Untersuchung zeigt darüber hinaus, wie viel Bewegung pro Woche besonders günstig wirken könnte. Dabei legt sie nahe: Es kommt weniger auf die Anstrengung an als auf die Zeit, die Betroffene in Bewegung verbringen.
Was bisher über Bewegung bei Parkinson bekannt ist
Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns. Typisch sind verlangsamte Bewegungen, steife Muskeln und zitternde Hände. Mit der Zeit können auch das Gleichgewicht, das Sprechen sowie das Gedächtnis und die Konzentration leiden.
Dass Bewegung gegen manche Beschwerden helfen kann, ist schon länger bekannt. Frühere Studien zeigten, dass regelmäßiges Training die Bewegungsfähigkeit von Parkinson-Patienten verbessern kann. Weniger gut erforscht war bislang, welchen Einfluss körperliche Aktivität auf den langfristigen Krankheitsverlauf hat – und ob auch die geistigen Fähigkeiten davon profitieren könnten.
Ein Forscherteam um Dong-Woo Ryu von der University of Cincinnati in den USA ging dieser Frage nun nach. Die Ergebnisse erschienen in „Neurology“, der Zeitschrift der American Academy of Neurology.
Mehr als acht Stunden Bewegung pro Woche
Für ihre Studie untersuchten die Forscher 294 Menschen mit leichtem bis mittelschwerem Parkinson. Die Teilnehmer waren im Schnitt 66 Jahre alt und nahmen an einem langfristigen Forschungsprogramm der University of Cincinnati teil. In Gesprächen mit dem Studienteam sollten sie einschätzen, wie viele Stunden pro Woche sie sich körperlich betätigten – bei der Arbeit, im Haushalt oder in ihrer Freizeit.
Dabei interessierten sich die Forscher vor allem für Aktivitäten, die mäßig bis stark anstrengend sind. Das musste nicht unbedingt Sport sein: Neben Joggen, Schwimmen oder Radfahren zählten auch alltägliche Tätigkeiten wie zügiges Gehen, Staubsaugen, Fensterputzen oder Rasenmähen.
Anhand der Angaben bildeten die Forscher drei Gruppen: Teilnehmer mit bis zu vier Stunden körperlicher Aktivität pro Woche, solche mit vier bis acht Stunden und besonders aktive Patienten mit mehr als acht Stunden.
Anschließend verglichen sie, wie sich die Krankheit in den drei Gruppen über die Jahre entwickelte. Dazu überprüften sie bei regelmäßigen Untersuchungen sowohl die Bewegungsfähigkeit als auch die geistige Leistungsfähigkeit der Teilnehmer. Letztere verfolgten sie bis zu fünf Jahre lang, die Entwicklung der Bewegungsfähigkeit sogar bis zu sieben Jahre.
Mehr Bewegung, weniger geistiger Abbau
Die Auswertung ergab: Wer sich viel bewegte, baute im Durchschnitt geistig langsamer ab als diejenigen, die weniger aktiv waren.
Besonders deutlich wurde das bei einem Test, der unter anderem Gedächtnis und Konzentration prüft. Die Teilnehmer konnten bis zu 30 Punkte erreichen. In der Gruppe mit der geringsten körperlichen Aktivität sank die Punktzahl rechnerisch um durchschnittlich 0,478 Punkte pro Jahr – also knapp einen halben Punkt. Bei den mäßig Aktiven waren es nur 0,09 Punkte. In der aktivsten Gruppe blieb das Ergebnis mit einem jährlichen Rückgang von gerade einmal 0,007 Punkten nahezu unverändert.