Studie schlägt Alarm

Ibuprofen und Paracetamol erhöhen Keimgefahr


27.08.2025 – 13:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Mann nimmt eine Tablette: Schmerzmittel haben offenbar eine Wechselwirkung mit Antiobiotika. (Quelle: Riska/getty-images-bilder)

Ibuprofen und Paracetamol gehören zu den beliebtesten Schmerzmitteln. Doch laut einer Studie könnten sie die Wirksamkeit anderer Medikamente beeinträchtigen.

Ob bei Kopfschmerzen, Fieber oder Gelenkschmerzen – Ibuprofen und Paracetamol zählen zu den meistverkauften Schmerzmitteln in Deutschland. Doch sie könnten unbemerkt dazu beitragen, dass Antibiotika weniger wirksam sind. Das könnte besonders kritisch für ältere Menschen werden, die häufig mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen, beispielsweise in Pflegeheimen.

Australische Forscher untersuchten, was passiert, wenn gängige Schmerzmittel zusammen mit einem Antibiotikum wie Ciprofloxacin (häufig verordnet bei Harnwegs-, Darm- und Hautinfektionen) eingenommen werden.

Dabei zeigte sich: Ibuprofen und Paracetamol führen im Darm zu mehr bakteriellen Mutationen – also zu Veränderungen im Erbgut von Bakterien wie Escherichia coli (E. coli). Diese Mutationen können dazu führen, dass das Antibiotikum nicht mehr wirkt. Das bedeutet: Bakterien wie E. coli, die häufig Harnwegsinfekte verursachen, werden hochgradig resistent gegen Ciprofloxacin – und auch gegen andere Antibiotika.

Besonders in Pflegeheimen werden oft mehrere Medikamente gleichzeitig verabreicht – nicht nur Antibiotika, sondern etwa auch Blutdrucksenker, Schlafmittel oder eben Schmerzmittel. Diese sogenannte Polypharmazie birgt Risiken. Die Medikamente beeinflussen sich gegenseitig und wirken auch dort, wo besonders viele Bakterien leben: im Darm.

In dieser Umgebung kann die Kombination aus Schmerzmitteln und Antibiotika als Wechselwirkung unbemerkt ein ideales Umfeld für resistente Bakterien schaffen. Das bedeutet: Ein harmloser Harnwegsinfekt kann plötzlich schwer behandelbar oder sogar lebensbedrohlich werden, weil die gängigen Antibiotika nicht mehr wirken.

Neben Ibuprofen und Paracetamol untersuchten die Forscher auch die Wirkung von

Besonders auffällig war jedoch die Wirkung von Ibuprofen und Paracetamol – einzeln und in Kombination.

Die Schmerzmittel scheinen bestimmte Abwehrmechanismen der Bakterien zu aktivieren, mit denen sie sich gegen das Antibiotikum wehren. Dadurch wird es weniger wirksam. Zudem scheinen sie Mutationen zu fördern, indem sie verhindern, dass Fehler in Erbgut korrigiert werden. Damit werden Resistenzen gefördert.

Die Forscher fordern weitere Studien zu Arzneimittel-Wechselwirkungen bei Menschen, die langfristig viele Medikamente einnehmen. So könne man besser verstehen, wie gängige Medikamente die Wirksamkeit von Antibiotika beeinflussen.

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