Milliarden-Ersparnis möglich

Bald weniger Arbeitslosengeld für Menschen ab 50?


15.09.2026 – 14:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Ältere Frau bei der Arbeit: Wer die 50 überschritten hat, hat länger Anspruch auf Arbeitslosengeld. (Quelle: Inside Creative House/getty-images-bilder)

Die Bundesagentur für Arbeit macht Milliardenverluste. Eine Studie aus dem eigenen Haus zeigt, wie viel sich bei älteren Arbeitslosen sparen ließe.

Die Bundesagentur für Arbeit steckt in den roten Zahlen. Allein für das laufende Jahr erwartet sie ein Defizit von über acht Milliarden Euro. Wo man dieses fehlende Geld zumindest teilweise herholen könnte, zeigt nun eine Studie aus dem eigenen Haus: bei Arbeitslosen, die älter sind als 50 Jahre.

Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ließen sich rein rechnerisch rund 2,4 Milliarden Euro einsparen, wenn man die Bezugsdauer beim Arbeitslosengeld für alle einheitlich auf zwölf Monate begrenzen würde. Angesichts des mehr als dreimal so hohen Minus wären allerdings noch weitere Maßnahmen nötig, um die Behörde aus der Krise zu hieven.

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Weniger Rente und mehr Ausgaben für Grundsicherung

Zudem stünden den Einsparungen an anderer Stelle neue Kosten gegenüber: Wer nach kürzerer Zeit aus dem Arbeitslosengeld fällt, landet häufiger in der steuerfinanzierten Grundsicherung – und zahlt weniger in die Rentenkasse ein. Unterm Strich würden die Ausgaben also teils nur verlagert.

Aktuell gilt: Wer arbeitslos wird, bekommt Arbeitslosengeld I je nach Alter unterschiedlich lange. Wer jünger als 50 Jahre ist, kann die Leistung höchstens zwölf Monate beziehen. Für Ältere steigt der Anspruch stufenweise an – bis auf 24 Monate für Menschen ab 58 Jahren. Nach Ablauf dieser Bezugsdauer erhalten Betroffene die neue Grundsicherung.

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Ältere finden schwerer zurück in den Job

Die Kürzung würde also vor allem Ältere treffen – und damit jene Gruppe, die es auf dem Arbeitsmarkt am schwersten hat. Zwar zeigt die Studie, dass kürzere Bezugsdauern Menschen tendenziell schneller zurück in einen Job bringen. Doch das setzt voraus, dass überhaupt passende Stellen frei sind.

Wie groß die Unterschiede zwischen den Altersgruppen sind, zeigt eine Zahl aus der Studie: Die Hälfte der Arbeitslosen bis 49 Jahre bezog bereits nach vier Monaten keine Leistung mehr. In der Gruppe ab 58 Jahren dauerte es im Schnitt 13 Monate. Ältere blieben also deutlich länger im Leistungsbezug.

Hohe Arbeitslosigkeit führt zu Finanzproblem

Die hohe Arbeitslosigkeit treibt die Arbeitsagentur immer tiefer ins Minus. Mit 3,061 Millionen erreichte die Arbeitslosenzahl im August den höchsten Stand für diesen Monat seit 2010. Gegenüber dem Tiefstand im August 2019 ist die Zahl um rund 740.000 gestiegen – knapp ein Drittel.

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