Neue Studienergebnisse

Wie Kaffee mit Muskeln und Körperfett zusammenhängt


24.08.2026 – 16:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Kaffeepause (Symbolbild): In puncto Kaffeekonsum liegt Finnland in Europa an der Spitze. (Quelle: Milan Markovic/getty-images-bilder)

Eine neue Studie zeigt einen überraschenden Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum, Körperfett, Muskelmasse und bestimmten Blutwerten – einige betreffen vor allem Männer.

Kaffee gehört für viele Menschen zum Alltag und nimmt auch Einfluss auf die Gesundheit. Frühere Untersuchungen haben den Konsum bereits mit positiven Effekten wie einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Welche biologischen Mechanismen dahinterstecken, ist jedoch unklar. Eine Forschungsarbeit der Universität Oulu liefert nun weitere Hinweise. Nachzulesen sind die Ergebnisse im Fachmagazin „European Journal of Nutrition“.

Mehr Muskeln, weniger Fett

Für die Studie nutzten die Wissenschaftler Informationen aus der Northern Finland Birth Cohort 1966, einer Langzeitstudie mit ursprünglich rund 12.000 in Nordfinnland geborenen Kindern. Dabei werteten sie Daten von 2.264 Männern und Frauen im Alter von 46 Jahren aus, von denen fast die Hälfte viel Kaffee trank, nämlich mindestens fünf Tassen täglich. Vor der Blutentnahme bei der Nachuntersuchung im Alter von 46 Jahren hatten alle Probanden zwölf Stunden gefastet und auf Kaffee und Zigaretten verzichtet. Für die Forscher war insbesondere von Interesse, wie der gewohnheitsmäßige Kaffeekonsum mit Stoffwechselmarkern, Herz-Kreislauf-Risikofaktoren und Sexualhormonen zusammenhing.

Bei der Analyse der Daten zeigte sich: Männer und Frauen, die viel Kaffee tranken, hatten weniger Körperfett – auch weniger sogenanntes viszerales Fett, das sich im Bauchraum um die Organe lagert. Gleichzeitig war die Muskelmasse höher. Da beide Gruppen einen vergleichbaren Body-Mass-Index (BMI) hatten, wären die Unterschiede in der Körperzusammensetzung anhand des BMI allein nicht erkennbar gewesen. Denn der BMI unterscheidet nicht zwischen Fett- und Muskelmasse.

Gut zu wissen

Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) sind bis zu 400 Milligramm Koffein pro Tag für gesunde Erwachsene unbedenklich. Das ist etwa so viel, wie in maximal viereinhalb Bechern Filterkaffee mit je 200 Millilitern oder sieben kleinen Tassen Espresso mit je 40 Millilitern enthalten ist.

Auch der Stoffwechsel verändert sich

Ein höherer Kaffeekonsum war zudem mit niedrigeren Konzentrationen bestimmter verzweigtkettiger Aminosäuren im Blut verbunden. Erhöhte Werte dieser Stoffe werden mit einer Insulinresistenz und einem höheren Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht. Bei einer Insulinresistenz reagieren die Körperzellen weniger empfindlich auf Insulin.

Besonders deutlich waren einige Zusammenhänge bei Männern: Ein höherer Kaffeekonsum ging bei ihnen mit günstigeren Glukose- und Insulinwerten sowie höheren Werten an Gesamttestosteron einher. Bei Frauen waren die hormonellen Zusammenhänge weniger ausgeprägt.

„Kaffee wird jeden Tag von Millionen Menschen getrunken, und dennoch wissen wir überraschend wenig darüber, wie er mit unserem Stoffwechsel und unseren Hormonen zusammenhängt“, ordnet Studienautor Luca Verroest ein. Auffällig war dem Forscher zufolge, dass sich eine deutliche hormonelle Signatur zeigte, die auch dann bestehen blieb, nachdem BMI und Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Alkohol und körperliche Aktivität berücksichtigt worden waren.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version