Studie enthüllt Defizite

Prostatakrebs: Viele Männer sind schlecht informiert


02.09.2025 – 10:27 UhrLesedauer: 2 Min.

Diagnose Prostatakrebs: Meist trifft sie Männer ab 50. (Quelle: Wasan Tita/getty-images-bilder)

Männer fühlen sich nach der Diagnose Prostatakrebs oft überfordert. Das belegt eine Studie aus Kanada. Woran das liegt und was Betroffene wissen sollten.

In Deutschland erhalten jedes Jahr rund 65.000 bis 75.000 Männer die Diagnose Prostatakrebs. Trotz dieser hohen Zahl sind viele von ihnen kaum auf das vorbereitet, was dann folgt. Viele verstehen die Krankheit nicht richtig und noch weniger kennen die Behandlungsmöglichkeiten: Muss operiert werden? Reicht Abwarten? Oder ist eine Bestrahlung sinnvoller?

Eine Untersuchung der University of British Columbia in Kanada zeigt, dass Männer sich mit diesen Fragen oft alleingelassen fühlen. Manche wissen nicht einmal, in welchem Stadium sich ihre Erkrankung befindet. „Wenn es um Prostatakrebs geht, sind viele Männer überfordert“, sagt Cherisse Seaton, Hauptautorin der Studie.

An der Studie nahmen über 200 Männer mit Prostatakrebs teil. Sie waren im Schnitt 68 Jahre alt und füllten einen detaillierten Online-Fragebogen aus, unter anderem zu Ausbildung, Gesundheitszustand und bisherigen Behandlungen. Das Ergebnis: Männer mit höherem Bildungsgrad hatten ein deutlich besseres Verständnis für medizinische Zusammenhänge. Auch wer keine weiteren Erkrankungen hatte, konnte Informationen besser verarbeiten. Alter oder die Zeit seit der Diagnose spielten hingegen keine Rolle.

„Männer müssen nach der Diagnose einige schwerwiegende Entscheidungen treffen“, betont Seaton. Nicht jeder Prostatakrebs sei aggressiv – und nicht jede Behandlung in jedem Fall notwendig. Umso wichtiger sei es, die verschiedenen Möglichkeiten zu kennen und zu verstehen.

Viele Männer wissen nicht, dass Prostatakrebs im frühen Stadium meist keine Beschwerden verursacht. Schmerzen oder Probleme beim Wasserlassen treten oft erst spät auf. Umso wichtiger ist die Früherkennung: Ab 50 sollten Männer regelmäßig zur Prostata-Untersuchung gehen. Bei familiärer Vorbelastung, etwa wenn Vater oder Bruder betroffen sind, sogar schon früher.

In den USA zeigte eine aktuelle Umfrage, dass 80 Prozent der Männer nicht wussten, dass Prostatakrebs anfangs symptomlos ist. Auch in Deutschland ist dieses Wissen noch nicht weit verbreitet. Zudem erkennen viele Männer Warnzeichen wie sexuelle Funktionsstörungen nicht oder sie verdrängen sie. Oft ist es der Partner oder die Partnerin, die zuerst etwas bemerkt und zum Arztbesuch rät.

Männer, die über ihre Krankheit gut informiert sind, können bessere Entscheidungen treffen. Wer die Diagnose Prostatakrebs erhält, sollte sich aktiv mit dem Thema auseinandersetzen und sich nicht scheuen, Fragen zu stellen.

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