Wieder Probleme mit Abwasser
Kanaren-Strand wegen Fäkalbakterien gesperrt
08.07.2026 – 11:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein berühmter Strand auf Teneriffa gerät erneut wegen Abwasser in die Schlagzeilen. Das Baden ist wegen Fäkalbakterien im Meer verboten.
Der kleine Küstenort El Médano im Süden Teneriffas ist für seinen Strand berühmt. Hier tummeln sich nicht nur Wind- und Kitesurfer, die wegen der Winde das ganze Jahr über ihrem Sport nachgehen können. Auch Badegäste schätzen den flachen Sandstrand mit seinem sanften Wellengang. Doch derzeit weht am Strand von El Médano eine rote Flagge, die das Baden verbietet.
Der Grund: Im Wasser des beliebten Badeortes wurde das Fäkalbakterium E. coli nachgewiesen. E. coli ist eine sehr vielfältige Bakterienart, die meisten Stämme sind harmlos und leben ganz natürlich im Darm von Menschen und Tieren. Einige Stämme können jedoch Krankheiten verursachen, darunter Durchfall, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und in seltenen Fällen auch schwerere Infektionen wie eine Blutvergiftung.
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Die Gemeindeverwaltung von Granadilla de Abona hat die Sperrung als Vorsichtsmaßnahme angeordnet. Neue Wasserproben sollen nun analysiert werden. Erst wenn die Ergebnisse die Unbedenklichkeit des Wassers bestätigen, darf der Strand wieder genutzt werden. „Diese Maßnahme wurde ergriffen, um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten, während die Ergebnisse der neuen Wasseranalysen abgewartet werden“, teilte die Gemeindeverwaltung mit.
Schon öfter Probleme am Strand von El Médano
Es ist nicht das erste Mal, dass der Strand wegen erhöhter E. coli-Level geschlossen werden musste. Im Jahr 2023 protestierten zahlreiche Anwohner deswegen sogar für ein besseres Abwasserbehandlungssystem und sauberere Meere. Wie „Canarian Weekly“ berichtet, hat das Problem eine strukturelle Dimension: Laut dem kanarischen Ministerium für ökologischen Wandel und Energie gibt es auf den Kanarischen Inseln 403 Einleitungsstellen von Abwasser vom Land ins Meer.
Auch auf europäischer Ebene steht Spanien in der Kritik. Der Europäische Gerichtshof hat geurteilt, dass Spanien seine Verpflichtungen zur Behandlung von städtischem Abwasser vor der Einleitung ins Meer nicht erfüllt. Mehrere der betroffenen Standorte liegen auf Teneriffa.
