„Zielgerichteter Plan“
Nach Spionage-Eklat: Strafe für deutschen Trainer steht fest
07.10.2026 – 18:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Enthüllungen im „Spygate“-Skandal erregten über den englischen Fußball hinaus Aufsehen. Nun wurde ein Urteil gesprochen. Tonda Eckert hatte sich zuvor mit einer kuriosen Begründung verteidigt.
Der deutsche Teammanager Tonda Eckert ist wegen seiner Rolle im „Spygate“-Skandal um den FC Southampton mit einer sechswöchigen Sperre auf Bewährung und einer Geldstrafe von rund 33.000 Euro belegt worden. Der englische Fußballverband FA gab das Urteil am Mittwoch bekannt. Eckerts Arbeit beim englischen Zweitligisten bleibt damit unberührt, er darf weiter an der Seitenlinie der Saints stehen.
Der 33-Jährige hatte im Frühjahr einen „ausgeklügelten und zielgerichteten Plan“ zur Ausspähung gegnerischer Trainingseinheiten angeführt, wie eine unabhängige Kommission der English Football League (EFL) feststellte. Betroffen waren demnach der FC Middlesbrough, Oxford United und Ipswich Town. Southampton hatte die Vorwürfe eingeräumt.
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Besonders teuer wurde die Spionage-Affäre bereits im Mai: Nach dem Halbfinalsieg gegen Middlesbrough wurde Southampton aus den Championship-Playoffs um den Aufstieg in die Premier League ausgeschlossen, der unterlegene Gegner rückte nach. Für die laufende Saison wurden den Saints zudem vier Punkte abgezogen. Ohne die Strafe würde Southampton derzeit auf einem Play-off-Platz statt auf Rang 13 stehen.
Klubchef stärkt Eckert den Rücken
Eckerts Verteidigung vor der FA war durchaus kurios: Bei seiner Befragung im Sommer gab der frühere Nachwuchstrainer von RB Leipzig an, nicht gewusst zu haben, dass das Ausspähen gegnerischer Teams in England gegen Regeln verstoße. Im europäischen Fußball sei diese Praxis weit verbreitet. Bereits im Juni hatte sich Eckert öffentlich entschuldigt, zuletzt bat er erneut um „Vergebung“.
Rückendeckung erhält der Deutsche von Klubbesitzer Dragan Solak. Eckert sei „ein guter Mensch, der schlechte Entscheidungen getroffen hat“, sagte der serbische Medienmogul nach dem Urteil. Er sei fest überzeugt, dass Eckert „einer der aufregendsten jungen Trainer Europas“ sei – auch wenn er den Verein um „die Chance auf 200 Millionen Pfund“ gebracht habe.
