Stiftung Warentest hat sie geprüft
Viele Mittel gegen Nagelpilz sind ungeeignet
23.06.2026 – 13:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Wer Nagelpilz behandeln will, sollte genau hinschauen: Im Test überzeugten nur wenige Präparate, beliebte Produkte fallen durch.
Nagelpilz ist weitverbreitet – besonders ältere Menschen sind betroffen. Meist entsteht die Infektion an den Fußnägeln, häufig als Folge von Fußpilz. Zwar ist Nagelpilz in der Regel harmlos, ohne Behandlung breitet er sich jedoch oft weiter aus und ist zudem ansteckend.
Um einen Arztbesuch zu umgehen, greifen viele Betroffene zunächst zu frei verkäuflichen Produkten. Doch diese halten oft nicht, was die Werbung verspricht. Zu diesem Ergebnis kommt nun die Stiftung Warentest. Beliebte Drogerieprodukte enthalten demnach keine pharmakologisch wirksamen Stoffe gegen den Pilz.
33 Produkte getestet
In dem Test wurden 33 Mittel gegen Nagelpilz unter die Lupe genommen: fünf frei verkäufliche Produkte aus Drogerie und Online-Handel, acht rezeptfreie Präparate aus der Apotheke, darunter Nagellacke und eine Salbe, sowie 20 rezeptpflichtige Tabletten und Kapseln.
Empfehlenswert sind laut der Stiftung nur sechs Produkte: zwei rezeptfreie Mittel aus der Apotheke für leichte bis mittelschwere Fälle sowie vier rezeptpflichtige Medikamente für schwere Infektionen. „Wer Nagelpilz wirkungsvoll behandeln möchte, sollte zunächst ärztlich abklären lassen, ob tatsächlich ein Pilz vorliegt, und auf die Medizinprodukte aus Drogerie oder Online-Handel besser verzichten“, rieten die Tester.
Sie gaben allen fünf frei verkäuflichen Mitteln die schlechteste Bewertung „wenig geeignet“. Bei einem viel gekauften Amazon-Produkt verweigerte der Hersteller sogar die Auskunft darüber, welche Substanzen in der entscheidenden Wirkstoffkombination enthalten sind.
Behandlung dauert lange
Wer Nagelpilz loswerden möchte, braucht Geduld. Je nach Schwere der Infektion, betroffenem Nagel und gewählter Behandlung kann es laut Stiftung Warentest bis zu einem Jahr dauern, bis der Pilz vollständig beseitigt ist. Der Grund: Ein erkrankter Nagel muss erst gesund nachwachsen – und das geschieht nur langsam.
Grundsätzlich gilt: Wer Veränderungen am Nagel bemerkt, sollte diese ärztlich abklären lassen. Erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis, bei ausgeprägten oder ausgedehnten Beschwerden empfiehlt sich der Besuch einer hautärztlichen Praxis. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind in der Regel die Erfolgsaussichten.
