Art ist stark gefährdet

Sterne-Restaurant serviert geschützten Fisch


19.09.2026 – 05:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Frauennerfling zählt in Österreich zu den streng geschützten Arten. (Quelle: IMAGO / blickwinkel)

Ein Fisch landet auf der Karte eines Spitzenrestaurants am Wolfgangsee. Zwei Kritiker wunder sich aber – die Art ist geschützt.

In Österreich ist ein Gourmet-Restaurant in die Schlagzeilen geraten, weil es einen geschützten Fisch angeboten haben soll. Das „Atelier Fischer“ in St. Gilgen am Wolfgangsee soll nach Medienberichten einen „Taco vom Frauennervling“ angeboten haben. Der „Frauennerfling“, wie er richtig geschrieben wird, darf aber ganzjährig nicht gefischt werden.

Der Fauxpas des Restaurants, das mit einem Michelin-Stern und vier Hauben vom Gault Millau ausgezeichnet ist, war von den Gourmet-Kritikern Jacqueline Pfeiffer und Wolfgang Fischer entdeckt worden. Die beiden schreiben die Kolumne „Der Connaisseur und Die Cuisinière“ Angesprochen auf die falsche Schreibweise räumte der Restaurantleiter den Kritikern gegenüber ein, dass es in der Tat ein Tippfehler sei.

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Das Restaurant verfüge über einen eigenen Fischteich, man angle dort mehrmals die Woche mit unterschiedlichen Ködern und Methoden, um „Arten gezielt zu fangen“, wurde der Leiter des Restaurants zitiert. Der „Frauennerfling im Taco“ sei der Fang der Woche gewesen.

Genau das ist aber in der Alpenrepublik untersagt. Der Karpfenfisch ist stark gefährdet und steht auf der Roten Liste. Er darf weder aus Gewässern, auch privaten, entnommen noch gekocht oder in Tacos gebraten werden.

Restaurant spricht von Zufallsfang

In einer schriftlichen Antwort sagte das Restaurant den beiden Kritikern, dass es sich beim Angeln nicht vorher bestimmen ließe, welcher Fisch anbeißt und man geschützte Arten nicht gezielt befische. Und ein Tier, das einen Haken zu tief verschluckt habe, könne man aus Gründen des Tierschutzes nicht zurücksetzen, sondern müsse es waidgerecht töten.

Das allerdings erklärt nicht, warum von einem gezielten Fang die Rede ist und warum der Frauennerfling noch immer auf der Karte steht, wenn es denn ein Zufallsfang war. Dem Restaurant kann man zugute halten, dass die unterschiedliche Schreibweise des Namens auch bedeuten kann, dass irgendein Fisch serviert wird, der „Frauen nervt“. Wahrscheinlich ist das aber nicht.

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