Brückentransport in Altona
3.700-Tonnen-Koloss rollt durch Hamburg: So lief das Spektakel
31.07.2026 – 15:28 UhrLesedauer: 4 Min.
3.700 Tonnen Stahl, 1.088 Räder und jede Menge Action: So rollte Hamburgs neue Sternbrücke durch Hamburg-Altona. Eine spektakuläre, seltene Bauaktion der Bahn, die viele Menschen angelockt hat.
So etwas erlebt selbst eine Großstadt selten: In Hamburg ist eine mehr als 100 lange und 21 Meter breite Eisenbahnbrücke in der Nacht Zentimeter für Zentimeter durch den Bezirk Altona gerollt worden. Das war echte Maßarbeit: Teils waren zwischen der Brücke und den Hauswänden nur etwa 20 Zentimeter Platz. „Einige haben sich das nicht entgehen lassen, diesen Transport direkt aus erster Reihe aus ihren Fenstern miterleben zu können. War eine nette Stimmung tatsächlich hier vor Ort“, sagte Janna Widmaier, Projektleiterin der Deutschen Bahn, in der Nacht.
Das beeindruckende Spektakel in den Hamburger Stadtteilen Altona-Altstadt und Sternschanze lockt seit Tagen auch viele Neugierige an. Rund um die Baustelle herrscht ausgelassene Partystimmung – von wütenden Protesten wie in den vergangenen Monaten ist nichts zu sehen.
Viertelbewohner singen zur Ankunft der neuen Sternbrücke
Stattdessen hallt immer wieder das Lied „Über sieben Brücken musst du geh’n“ durch die Häuserschlucht rund um die große Kreuzung von Max-Brauer-Allee und Stresemannstraße. Die Schaulustigen sitzen mit Kaltgetränken in Klappstühlen und beobachten geduldig die akkurate Millimeterarbeit auf der hell beleuchteten Baustelle. „Wann kommt das schon mal vor, dass eine Brücke hier vorbeifährt im Viertel. Das ist ein Ereignis, das sonst keiner im Leben so mitkriegt“, sagt einer der Viertel-Bewohner der Deutschen Presse-Agentur. Ein anderer ergänzt: „Das ist ein Spektakel. Das ist ein Wunderwerk, dass das überhaupt funktioniert.“
Fußgänger können am Freitagvormittag bereits wieder hinter einer Absperrung an der Brücke vorbeilaufen. Fast jeder macht dabei auch ein Handyfoto von dem grauen Koloss. Schon unmittelbar, nachdem die Brücke ihre Endposition erreicht hat, haben auch bereits die ersten Tauben die Bogen der Brücke als gemütlichen Ruheplatz für sich entdeckt. Auch erste Fußball-Fan-Sticker kleben bereits an der neuen Sternbrücke.
Mitten in der Nacht erreicht die Brücke ihre Zielposition
Die Punktlandung des Brückenkolosses konnte die Deutsche Bahn gegen 3 Uhr bekanntgeben. Nachdem der 3.700-Tonnen-Koloss in der Nacht zu Freitag die letzten etwa 500 Meter entlang der Max-Brauer-Allee hinter sich gebracht hatte und in die richtige Position gedreht wurde, hatte sie am frühen Morgen die Endlage erreicht. Im weiteren Verlauf wurde das 108 Meter lange und 21 Meter breite Bauwerk quasi nur noch eingehängt, also in der Höhe abgesenkt. „Es wurde so lange alles hoch und runter gefahren, bis alles gepasst hat“, sagt ein Bahnsprecher dazu. Dieser wichtige Meilenstein war dann etwa vier Stunden später, gegen 7 Uhr, geschafft.
