„Die Toten bleiben in unserem Gedächtnis“
Bundespräsident erinnert an Opfer des OEZ-Attentats
22.07.2026 – 17:37 UhrLesedauer: 2 Min.
Mit einer bewegenden Rede hat Bundespräsident Steinmeier der Opfer des OEZ-Anschlags gedacht. Zugleich forderte er, Rassismus und Antisemitismus keinen Raum zu geben.
Zehn Jahre nach dem rassistischen Attentats am Münchner Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) an die neun Todesopfer erinnert und eindringlich vor Rassismus und Antisemitismus gewarnt. Zugleich sprach er sich gegen jede Einteilung von Menschen nach ihrer Herkunft aus.
Bei der Gedenkveranstaltung am Mittwoch in München sagte er: „Begreifen wir es endlich: Zuwanderungsgeschichte haben nicht nur einzelne Menschen – unser ganzes Land hat sie. Deutschland ist ein Land mit Migrationshintergrund. Das macht uns aus.“
Steinmeier: „Rassistische Tat betrifft unser ganzes Land“
Am 22. Juli 2016 hatte ein 18-Jähriger am OEZ acht Jugendliche und eine erwachsene Frau erschossen. Weitere Menschen wurden verletzt. Als Polizeibeamte den Täter gut zweieinhalb Stunden später stellten, erschoss er sich selbst.
„Diese rassistische Tat betrifft nicht nur die Opfer und ihre Angehörigen und Freunde, nicht nur die Stadt München, nicht nur den Freistaat Bayern, sie betrifft unser ganzes Land, und sie geht uns alle in diesem Land an“, sagte Steinmeier. „Die Toten von München, sie bleiben in unserem Gedächtnis.“
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Der Täter habe Menschen ermorden wollen, die seinem rassistischen Feindbild entsprochen hätten. „Diese Ideologie kennen wir. In der Geschichte haben Deutsche mit dieser Ideologie millionenfach gemordet“, sagte der Bundespräsident und mahnte: „Niemals dürfen wir uns damit abfinden, dass solches Denken in unserem Land wieder Raum gewinnt. Nicht bei denen, die seit Generationen hier leben; nicht bei denen, die später zugewandert sind.“
