„Ich habe Angst“

Kontroverse Diskussion um neue Biathlon-Regel


02.11.2026 – 17:20 UhrLesedauer: 3 Min.

Norwegens Olympiasieger Johannes Dale-Skjevdal: Der 29-Jährige kritisierte die IBU für die kurzfristige Einführung der neuen Regel. (Quelle: IMAGO/KALLE PARKKINEN/imago)

Vor wenigen Wochen verkündete der Biathlon-Weltverband eine neue Regel für den Schießstand. Die Richtlinien werden in Norwegen kontrovers diskutiert.

Kurz vor dem Start in die Weltcup-Saison hat eine Änderung im Regelwerk im Biathlon eine Diskussion entfacht. Ende September verkündete die Internationale Biathlon-Union (IBU) neue Vorgaben für den Schießstand. Biathleten müssen ihr Gewehr mit dem Riemen über beide Schultern tragen, bis sie die Schießmatte erreichen und wenn sie sie wieder verlassen. Bisher nahmen viele Athleten schon auf den letzten Metern hin zur Matte ihr Gewehr ab, um Zeit zu sparen.

„Der Vorgang des Ablegens des Gewehrs darf erst eingeleitet werden, nachdem der Athlet die Schießmatte erreicht hat“, heißt es jetzt in den offiziellen Richtlinien. Sollte es zu einem Fehler kommen, müssen die Sportler diesen umgehend korrigieren, dürfen dabei aber keine anderen Teilnehmer behindern oder gefährden.

Bei der Regeländerung handelt es sich um eine verschärfte Sicherheitsmaßnahme, wie die IBU bestätigte. Vor allem in Norwegen wird sie heiß diskutiert. In der Biathlon-Nation sehen einige Stars der Szene das neue Reglement teilweise kritisch – unter anderem, weil es so kurzfristig eingeführt wurde.

„Das kam schon ziemlich plötzlich“, sagte Johannes Dale-Skjevdal der staatlichen Rundfunkanstalt NRK. „Es reiht sich in die Reihe der Sicherheitsvorschriften ein, die die IBU einführt.“ Es sei dementsprechend schwer, etwas dagegen zu sagen. „Aber ich finde schon, dass es sich langsam häuft“, so der norwegische Massenstart-Olympiasieger.

Sorge vor Fehlern: „Ein bisschen beunruhigend“

Teamkollegin Ingrid Landmark Tandrevold sieht derweil in der Umstellung der bisherigen Routine der Biathletin eine Hürde. Die vierfache Staffel-Weltmeisterin sagte: „Wenn man etwas zehn Jahre lang trainiert hat, ist es schwierig, das in einer stressigen Situation einfach umzustellen.“

Mit Martin Uldal schlug ein weiterer Norweger in eine ähnliche Kerbe. „Ich habe Angst, dass jemand im Winter unter Adrenalin in alte Gewohnheiten zurückfällt, einen Moment nicht daran denkt und sich dadurch blamiert. Das ist ein bisschen beunruhigend“, erläuterte er.

Musste ihre Routine umstellen: Ingrid Landmark Tandrevold. (Quelle: IMAGO/Geir Olsen/imago)

Ein Verstoß gegen die Regel führt zu einer Disqualifikation. Bereits beim Loop One Festival in München Mitte Oktober wurde die Strafe konsequent durchgesetzt. Eine der Betroffenen: Leonora Rønhede.

„Ich habe überhaupt nicht daran gedacht, dass es diese Regel gibt. Sie war mir völlig aus dem Kopf“, sagte die Dänin NRK. Dennoch konnte sie der Situation etwas Positives abgewinnen. „Es ist besser, wenn das jetzt passiert und nicht erst im Winter beim Weltcup. Das war Glück im Unglück“, so Rønhede.

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